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Trotz Corona: Versorgungssicherheit in Deutschland | BR24

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Symbolbild Supermarkt

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    Trotz Corona: Versorgungssicherheit in Deutschland

    In Deutschland gibt es genügend Lebensmittel - und keinen Grund zu hamstern. Das ist die gute Nachricht von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Die schlechte: Die Landwirte haben enorme Probleme, Helfer zu finden.

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    "Wir werden nicht verhungern!“, sagt die Bundeslandwirtschaftsministerin mit einem ironischen Unterton. Julia Klöckner ärgert sich sichtlich über Hamsterkäufe in Deutschland. Wobei die Statistiker festgestellt hätten, dass die Nachfrage wieder etwas nachlässt, etwa bei Mehl. Da habe sich das Backen zuhause wohl doch in Grenzen gehalten, so Klöckner. Die Ministerin treibt etwas anderes um. Die Lieferketten können nur eingehalten werden, solange auch jetzt die Saat ausgebracht und später die Ernte wieder eingebracht werden kann. Die größte Herausforderung derzeit für die Landwirte: Arbeitskräfte zu finden.

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    Erntehelfer dringend gesucht – Hürden werden gesenkt

    Berufspendler aus Tschechien und Polen dürfen derzeit nicht in Deutschland arbeiten. Saisonkräften ist die Einreise ebenfalls verboten. Deswegen senkt die Bundesregierung nun die Hürden für einheimische Arbeitskräfte, die sich etwas dazu verdienen wollen. So müssen Rentner und Studenten oder Menschen, die derzeit in Kurzarbeit sind, keinen Abzug ihrer Löhne, der Rente oder von BAföG befürchten, weil sie bei den Landwirten zusätzlich Geld verdienen.

    Mit Bundesinnenminister Horst Seehofer will Julia Klöckner außerdem über Asylbewerber sprechen, die eigentlich ein Arbeitsverbot in Deutschland haben. Dabei geht es um Menschen aus dem Senegal oder mehreren Balkanstaaten. Es wäre eine Win-Win-Situation für beide Seiten, findet Klöckner. Die deutsche Landwirtschaft brauche aber nicht nur Spargelstecher. Jetzt müssen viele verschiedene Früchte und Saaten gepflanzt und ausgebracht und im Sommer und Herbst wieder geerntet werden. Im Mai benötigt die deutsche Landwirtschaft nach Klöckners Worten etwa 80.000 Helferinnen und Helfer.

    Internetportal bringt Landwirte und Helfer zusammen

    Das neue Internetportal www.daslandhilft.de sei ein großer Erfolg, freut sich die Landwirtschaftsministerin. Über die Plattform können sich Helfer bei Landwirten melden, Bauern können ihren Bedarf mitteilen. Julia Klöckner berichtet von einem Hopfenbauer aus der Holledau, der zu Tränen gerührt gewesen sei, weil er innerhalb einer Stunde zehn Helfer für das Aufbauen der Drähte bekommen habe. Alle seien gekommen und pünktlich gewesen.

    Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Seite am Montagmittag mit verschiedenen Partnern aus der Landwirtschaft gestartet. Sie sei bereits jetzt ein voller Erfolg, freut sich Klöckner. Es gebe bereits 20.000 Inserate von helfenden Händen. Ihr sei bewusst, so Klöckner, dass diese Plattform nicht alle Nöte der Bauern ausgleichen könne, aber derzeit brauche es eben viele Möglichkeiten.

    Logistikbranche verspricht Versorgungssicherheit

    Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer berichtet von massiven Problemen der Transport- und Logistikunternehmen in Deutschland. LKW-Fahrer würden an Autobahnraststätten und an Logistikzentren oft schlecht behandelt, hygienische Versorgung würde ihnen verweigert. Das werde er nicht mehr länger hinnehmen. Die Fahrer seien ebenso Helden des Alltags wie Verkäuferinnen.

    Die Situation an den Grenzen zu Polen und Tschechien stelle ihn jeden Tag vor neue Herausforderungen. Wenn sich die 60 Kilometer Stau endlich aufgelöst hätten, gebe es zwei Tage später eine neue Verordnung aus Polen, so Scheuer. Und dann müsse er wieder neu reagieren und viel telefonieren.

    Maßnahmen: Lockerungen beim TÜV, Medikamente per Taxi

    Das Verkehrsministerium versucht, mit vielen kleinen Maßnahmen das Leben der Bürgerinnen und Bürger zu erleichtern. So könnten beispielsweise Taxen Besorgungsfahrten für Menschen in Quarantäne übernehmen, die dringend Medikamente brauchen. Autovermieter sollen Beschäftigten in der Gesundheitsbranche Wagen zu einem niedrigen Festpreis zur Verfügung stellen, damit diese mobil blieben. Und wenn das Auto eigentlich jetzt zum TÜV müsse, könne das ausnahmsweise auch noch warten.

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