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Trotz Corona-Gefahr: Bahn will keine Reservierungspflicht | BR24

© pa / dpa / Sven Simon

Fahrgäste und Bahn-Mitarbeiterin am Münchner Hauptbahnhof

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    Trotz Corona-Gefahr: Bahn will keine Reservierungspflicht

    Die Deutsche Bahn lehnt eine Reservierungspflicht im Fernverkehr trotz wieder steigender Fahrgastzahlen ab. Oppositionspolitiker halten das für einen Fehler - und fordern einen besseren Corona-Schutz.

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    Von
    • Dirk Rodenkirch

    Immer mehr Fahrgäste berichten von vollen Fernzügen. Abstandhalten sei dann kaum mehr möglich - obwohl sich an der Infektionsgefahr nichts geändert hat.

    Eine einfache Lösung könnte eine Reservierungspflicht sein, damit klar gesteuert werden kann, wie viele Menschen in einen Zug steigen. Doch das lehnt die Deutsche Bahn ab. Konzernsprecher Achim Strauß sagte dem ARD-Hauptstadtstudio, für die Bahn sei das keine Option, weil eine Pflicht zu reservieren mit vielen Einschränkungen verbunden sei - etwa für kurzentschlossene Kunden.

    "Es ist nun mal so bei der Bahn, dass auch mal Fahrgäste spontan kommen. Ich denke an die 50.000 Bahncard-100-Kunden, ich denke an die vielen Kunden, die eine Monatskarte für eine bestimmte Strecke haben", sagte Strauß. Denen wolle man das spontane Bahnfahren weiter ermöglichen.

    "Denn das ist der große Vorteil gegenüber dem Flugzeug, diesen Vorteil möchten wir im Sinne der Fahrgäste auch nicht aufgeben." Achim Strauß, DB-Konzernsprecher

    Auslastung der Züge wird im Internet angezeigt

    Auch das Bundesverkehrsministerium will an dem offenen Buchungssystem festhalten. Es verweist unter anderem darauf, dass sich Fahrgäste auf der Internetseite der Bahn darüber informieren können, ob Züge stark ausgelastet sind.

    Die Option, bestimmte Plätze frei zu halten, um Abstand zu gewährleisten, lehnt die Bahn ebenfalls ab. "Wir möchten Familien, wir möchten Pärchen auch weiter ermöglichen, zusammen zu sitzen", sagte Strauß. Allerdings schließe man das Reservierungssystem früher, es würden also nicht mehr alle Plätze im Zug vorab vergeben.

    FDP-Bahnexperte fordert kostenlose Reservierungen

    Aus Sicht von Oppositionspolitikern reichen die Maßnahmen nicht, um sicheres Bahnfahren zu gewährleisten und zu volle Züge zu vermeiden. Christian Jung, Bahnexperte der FDP, ist der Meinung, was im Flugzeug funktioniere, müsse auch bei der Bahn klappen, und rät, auf einer Reservierungspflicht zu bestehen. Angesichts der aktuellen Umstände sei es denkbar, Reservierungen kostenlos anzubieten, um Mehrkosten für die Reisenden zu vermeiden. Jung kritisiert, dass die Bahn genug Zeit gehabt habe, um Hygiene-Konzepte für stark ausgelastete Züge zu entwickeln.

    Grünen-Politiker schlägt Waggons für Risikogruppen vor

    Auch der bahnpolitische Sprecher der Grünen, Matthias Gastel, fordert, das Reservierungssystem für die Zeit der Corona-Pandemie so zu verändern, dass Fahrgäste automatisch auf Abstand platziert werden. Für Risikogruppen sollten extra Wagen freigehalten werden.

    "Dort ist dann die Abstandsregelung auch gegebenenfalls analog durchzusetzen, indem einfach jede zweite Sitzreihe gesperrt wird." Matthias Gastel, Die Grünen

    Sowohl Jung als auch Gastel verlangen außerdem, dass die Maskenpflicht in den Zügen konsequent durchgesetzt wird. Dafür müsse das Verkehrsministerium aber klar regeln, dass die Bundespolizei dort kontrollieren und Bußgelder verhängen dürfe. Gastel zeigt sich davon überzeugt, die Maskenfrage sei in Corona-Zeiten entscheidend dafür, in welchem Umfang Reisende die Bahn weiter nutzen werden.

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