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Trier unter Schock: Fünf Tote nach Attacke mit Auto | BR24

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Nach der Amokfahrt eines 51-Jährigen in der Trierer Fußgängerzone mit mehreren Toten herrscht Fassungslosigkeit. Eines der Opfer ist ein neun Monate altes Kleinkind.

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Trier unter Schock: Fünf Tote nach Attacke mit Auto

Trauer und Fassungslosigkeit in Trier: Ein betrunkener Autofahrer ist im Zentrum der Stadt durch die Fußgängerzone gerast und hat absichtlich Menschen angefahren. Laut Polizei starben mindestens fünf Menschen. Unter den Todesopfern ist auch ein Baby.

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Von
  • BR24 Redaktion

Ein Autofahrer hat bei einer Amokfahrt in der Trierer Innenstadt mehrere Menschen getötet und verletzt. Am Abend erhöhte sich die Zahl der Toten auf fünf, wie die Polizei auf Twitter mitteilte. Unter den Opfern ist auch ein gut neun Wochen altes Baby. Zudem wurden etliche Menschen zum Teil schwer verletzt.

Hinweise auf einen politischen Hintergrund lagen zunächst nicht vor, das Motiv galt auch am Abend weiter als offen. Für die Ermittler ist aber klar, dass der Fahrer die Menschen mit Absicht "angefahren und überfahren" hat. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagte, der Fahrer sei in "Zickzacklinien" durch die Fußgängerzone gefahren, um gezielt Leid zuzufügen.

Fahrer war betrunken und womöglich psychisch krank

Gegen den Fahrer wird wegen Mordes ermittelt. Er habe vor der Tat "nicht unerhebliche Mengen Alkohol genossen", sagte Oberstaatsanwalt Peter Fritzen. Es sei ein Atemalkoholwert von 1,4 Promille gemessen worden. Laut Fritzen ist der nicht vorbestrafte Mann womöglich psychisch krank, ein Gutachten dazu werde erstellt.

Bei dem Mann handelt es sich um einen 51 Jahre alten Deutschen aus dem Kreis Trier-Saarburg. Die letzten Tage hatte er den Ermittlern zufolge in seinem Auto verbracht.

Mit dem SUV war der Mann etwa von der Konstantinbasilika in Richtung Hauptmarkt und Porta Nigra durch die Fußgängerzone gerast. Die Polizei konnte wenige Minuten nach Eintreffen der ersten Meldung über die Fahrt, den Fahrer stoppen und festnehmen - er soll sich dabei gewehrt haben.

Entsetzen und Trauer in Trier

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) zeigte sich erschüttert über die Tat. "Mein tiefes Beileid gilt den Angehörigen der Toten. Allen Verletzten wünsche ich eine baldige Genesung", sagte sie. Mitten an einem ganz normalen Tag seien Menschen aus dem Leben gerissen worden.

Der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) äußerte sich nach einem Gang durch die Innenstadt tief betroffen und fassungslos. "Es war einfach nur schrecklich", sagte er. Er hoffe, dass die Schwerstverletzten überleben. Der Trierer Bischof Stephan Ackermann erklärte: "Ich bin zutiefst schockiert über die Amokfahrt, die quasi vor unserer Haustür passiert ist."

Stadt und Polizei sperrten die Trierer Innenstadt am Nachmittag weiträumig ab. Die Stadt hat ein Notfallzentrum am Theater Trier eingerichtet. Auch Notfallseelsorger seien im Einsatz. Im Trierer Dom soll es am Abend ein ökumenisches Gebet für die Toten und Verletzten, Angehörige, Einsatz- und Rettungskräfte und alle anderen Betroffenen geben. Zur gleichen Zeit sollen in allen Trierer Kirchen die Totenglocken läuten.

Merkel zeigt sich erschüttert

Auch die Bundesregierung zeigte sich erschüttert: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ auf Twitter mitteilen: "Die Nachrichten aus Trier machen mich sehr traurig." Ihre Anteilnahme gelte den Angehörigen der Menschen, die "so jäh und gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden".

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