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Bildrechte: BR / Roman Mellah

Maskenmacher Shuhei Okawara mit einer seiner selbstgemachten Masken.

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    Trend in Tokio: Täuschend echte Masken aus dem 3D-Drucker

    Neuester Hype in Japan: Mit hyperrealistischen Masken kann jeder in das Gesicht eines anderen schlüpfen. Sie sind exakte Kopien echter Menschen. Doch wie steht es um Missbrauch und Cybersecurity?

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    Von
    • Weltspiegel Digital
    • Stefanie Gentner
    • Roman Mellah

    Shuhei Okawara ist Ladenbesitzer in Tokio. Er kreiert und verkauft Masken für Partys und fürs Theater. Sein neuester Clou: täuschend echte Masken, mit denen Menschen in das Gesicht eines anderen schlüpfen können. Die Masken sind exakte Kopien echter Gesichter.

    Gesicht für eine Maske kaufen – Preis rund 300 Euro

    Okawara hatte die skurrile Idee im Herbst vergangenen Jahres. "Ich dachte, es wäre lustig und irgendwie surreal, wenn mehrere Menschen mit dem gleichen Gesicht zusammenkommen", sagt Okawara. Er wurde aktiv: Über seine Homepage und Social Media bot er Interessierten an, ihre Gesichter zu kaufen – für rund 300 Euro pro Antlitz.

    Inzwischen ist der Ansturm enorm. "Es ist unglaublich. Menschen aus der ganzen Welt fragen, ob ich ihr Gesicht kaufe", sagt Okawara. Die Auserwählten bleiben anonym. Es gibt allerdings einen Haken: Die Menschen müssen zu ihm nach Tokio in seinen Laden "Kamenya Omote" kommen - damit er das Gesicht abfotografieren und die Daten dazu aufnehmen kann.

    Masken kommen in Japan und auch weltweit gut an

    Damit das Gesicht wirklich täuschend ähnlich wird, braucht es einen 3D-Drucker und ganz viel Handarbeit. Mehr verrät Okawara nicht. "Es werden immer mehr, die eine Maske kaufen möchten", sagt er. "Verrückte gibt es in jedem Land." Und das, obwohl er für eine fertige hyperrealistische Maske immerhin rund 800 Euro verlangt.

    Gesichtserkennungssysteme täuschen

    Angst vor Missbrauch hat Okawara nicht. Gerade weil die Masken recht teuer seien. "Bei jemandem, der so viel Geld für eine Maske ausgibt, muss man sich wohl keine Sorgen machen, dass er damit eine Bank überfällt." Dennoch: Der Einwand ist nicht von der Hand zu weisen. Es gibt Tests von Cybersecurity-Unternehmen, die beweisen, dass solche Masken aus dem 3D-Scan die Gesichtserkennung von Telefon oder PC täuschen können.

    Ursprünglich Protest gegen Überwachung

    Übrigens hat der US-Amerikaner Leonardo Selvaggio aus genau diesem Grund 2016 erstmals eine Maske aus dem 3D-Drucker angefertigt. So wie viele Bürgerrechtler, Netzaktivisten oder Künstler wollte er die biometrische Gesichtserkennung von Überwachungskameras austricksen. Sein Anliegen: Mit Gesichtsmasken seine Identität verschleiern und so gegen Überwachung angehen. Der Masken-Trend aus Japan soll hingegen eher Spaß bringen.

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