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Einigkeit bei offenen Grenzen - Differenzen bei Tourismus | BR24

© picture alliance/Sven Hoppe/dpa-Pool

Ministerpräsident Söder und Österreichs Kanzler Kurz beraten über die kommenden Wintersaison in Zeiten von Corona

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Einigkeit bei offenen Grenzen - Differenzen bei Tourismus

Schon der Ort war ein Zeichen: Ministerpräsident Söder traf Österreichs Kanzler Kurz am Grenzübergang Walserberg bei Bad Reichenhall - und zwar auf bayerischer Seite. Denn Reisen nach Österreich sieht Söder derzeit eher kritisch.

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Wenn er österreichischer Kanzler wäre, würde er womöglich auch anders sprechen, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, als Reaktion auf den Wunsch des österreichischen Kanzlers, Touristen aus Deutschland sollten ihren Winterurlaub in Österreich verbringen. Die Reisewarnung Deutschlands für Wien und einige Wintersportregionen hatte Kurz zuvor diplomatisch als "Herausforderung" bezeichnet. Denn Österreichs Wirtschaft hängt am Tourismus - ausbleibende Winterurlauber würden das Land empfindlich treffen.

Kurz: Jeder Gast ist willkommen

"Jeder Gast ist willkommen", so der österreichische Kanzler und verwies darauf, dass es an den Wintersportorten "gute Konzepte" gebe - an ihnen würde in den Tourismusbetrieben "hart gearbeitet". Gleichzeitig betonte er, dass es nicht an allen Orten in den als Risikogebiet ausgewiesenen Bundesländern hohe Fallzahlen gebe. Indirekt wünschte er sich damit von Deutschland eine stärkere Differenzierung bei den Reisewarnungen. Das Robert-Koch-Institut stuft derzeit Wien, Vorarlberg und Tirol als Risikogebiete ein. Und die Sorge ist groß, dass demnächst auch Salzburg und Oberösterreich folgen könnten.

Söder: Vorsicht statt Leichtsinn

Zurückhaltend zeigte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Vielleicht sei es ja möglich, dass man seinen Weihnachtsurlaub im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet verbringen könne - aber man wisse das jetzt nicht. Und Söder stellte klar: die Einstufung in Risikogebiete finde in Deutschland auf Grundlage objektiver Kriterien statt. Grundsätzlich gelte für ihn nach wie vor das Prinzip "Vorsicht statt Leichtsinn". Bereits vor einigen Tagen hatte Söder gesagt, man sei gut beraten, gemeinsam zu agieren. Aber wenn es sein müsse, könne man auch hervorragend in Bayern Skifahren.

Grenzen sollen offen bleiben

Einer Meinung waren die beiden Politiker von CSU und ÖVP, dass die Grenzen offen bleiben müssten, um, so Kurz, die Binnenwirtschaft nicht zu belasten und die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt so gering wie möglich zu halten. Söder erklärte, er setze beim Grenzverkehr etwa von Pendlern von und nach Österreich und auch Tschechien in Zukunft auf Corona-Schnelltests.

Zweite Corona-Welle in Europa

Mit einer Entspannung der Lage rechnet Österreichs Kanzler Kurz erst für Sommer kommenden Jahres, man müsse also lernen, mit dem Virus zu leben. Derzeit erlebe Europa eine zweite Corona-Welle. Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte, die Zahlen seien europaweit "sehr beunruhigend". Man müsse nun die Bevölkerung hierzulande "dazu ermuntern, dass keine Situation wie in Frankreich oder Spanien" entstehe und, dass ein zweiter Lockdown verhindert werden könne. Es gehe dabei um "mehr Maske, weniger Alkohol, weniger Parties", so Söder.

Engere Zusammenarbeit vereinbart

Die Politiker vereinbarten künftig noch enger bei der Bekämpfung der Pandemie zusammenzuarbeiten. es gehe darum Erfahrungen auszutauschen und zu überlegen, wie man Corona wissenschaftlich und politisch besser begleiten könne. Beide Seiten bezeichneten das Gespräch als sehr freundschaftlich und sprachen von einem "guten Austausch".

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Auch in Österreich verschärft sich die Corona-Lage: In sieben von neun Bundesländern dort ist die Sieben-Tage-Inzidenz über 50 gestiegen. Deshalb trafen sich die beiden Nachbarn Bayern und Österreich heute.

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