| BR24

 
 

Bild

Bild der getöteten Journalistin
© REUTERS/Stoyan Nenov

Autoren

Claudia Steiner
© REUTERS/Stoyan Nenov

Bild der getöteten Journalistin

Trauer in Ruse: In der Heimatstadt der ermordeten TV-Journalistin Viktoria Marinova hat eine Trauerfeier stattgefunden. Familie, Freunde und Kollegen versammelten sich in einer Kirche um einen mit weißen Blumen geschmückten Sarg. Die 30-Jährige war am 7. Oktober in einem Park in Ruse vergewaltigt und ermordet worden.

Verdächtiger gefasst

Zunächst war davon ausgegangen worden, dass die Tat im Zusammenhang mit der Arbeit der Journalistin stehen könnte. Sie berichtete unter anderem über eine mutmaßliche Veruntreuung von EU-Geldern. Am Dienstag wurde aber in Stade ein Verdächtiger gefasst. Das Oberlandesgericht Celle ordnete gegen den 20-Jährigen die Auslieferungshaft an. Das Gesetz sieht für den Vollzug der Auslieferung eine Frist von zehn Tagen vor. Die bulgarischen Justizbehörden legen ihm zur Last, die Fernsehmoderatorin vergewaltigt und anschließend getötet zu haben. Außerdem soll er das Mobiltelefon und Schmuck des Opfers entwendet haben. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Celle hat der 20-Jährige eingeräumt, unter starkem Einfluss von Alkohol und Drogen eine ihm zuvor unbekannte junge Frau im Zuge eines zufälligen Streits ins Gesicht geschlagen, sie danach hochgehoben und in ein Gebüsch geworfen zu haben. Einen Tötungsvorsatz habe er bestritten - ebenso, die Frau vergewaltigt und beraubt zu haben. Einen politischen Hintergrund der Tat nehme die Generalstaatsanwaltschaft auf Grundlage dieser Einlassung nicht an, hieß es.

Marinova berichtete über Veruntreuung

Marinova arbeitete nach Angaben von "Reporter ohne Grenzen" beim privaten Lokalsender TVN, einem der meist gesehenen Fernsehsender im Nordwesten Bulgariens. Sie moderierte die politische Talkshow "Detektor". In ihrer letzten Sendung am 30. September interviewte sie zwei Investigativjournalisten, Dimitar Stojanow und Attila Biro. Dabei ging es um eine mutmaßliche Veruntreuung von EU-Geldern in Millionenhöhe durch Geschäftsleute und Politiker.