Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Trauerfeier für erschossenen Regierungspräsidenten Walter Lübcke | BR24

© dpa-Bildfunk/Uwe Zucchi

Die Trauerfeier für erschossenen Regierungspräsidenten

Per Mail sharen
Teilen

    Trauerfeier für erschossenen Regierungspräsidenten Walter Lübcke

    In Kassel nehmen heute Freunde und Verwandte Abschied vom ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Auch Ministerpräsident Volker Bouffier wird erwartet. Lübcke war Anfang Juni mit einem Kopfschuss aufgefunden worden. Das Motiv ist unklar.

    Per Mail sharen
    Teilen

    In der Kasseler Martinskirche findet heute die Trauerfeier für den getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke statt. Bei dem Trauergottesdienst werden Polizei und Bundeswehr eine Ehrenwache am Sarg halten. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Martin Hein, werden sprechen.

    Lübcke wurde mit Kopfschuss gefunden

    Lübcke war Anfang des Monats auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha im Kreis Kassel entdeckt worden. Er hatte eine Schussverletzung am Kopf und starb kurz darauf. Der Schuss war laut Ermittlungen aus nächster Nähe abgegeben worden.

    Ermittler: Spekulationen im Fall Lübcke sind hinderlich

    Die Ermittler sehen ihre Arbeit insgesamt durch Spekulationen - zum Beispiel in sozialen Netzwerken - erschwert. "Das ist ein Riesenproblem, weil riesiger Druck aufgebaut wird", sagte LKA-Sprecher Schulte. "Wir sind dabei, die Tat zu rekonstruieren, so dass wir den ganzen Abend nachvollziehen können." Dafür bräuchten die Ermittler Zeit, um in Ruhe arbeiten zu können. Bereits am Sonntag hatten Ermittler darum gebeten, sich nicht an Spekulationen zu beteiligen, um nicht den Eindruck einer Vorverurteilung wie im Fall der in Gewahrsam genommenen Person zu erwecken.

    Unklares Motiv für den gewaltsamen Tod von Walter Lübcke

    Der 65-jährige CDU-Politiker Lübcke war in der Nacht zu Sonntag vor einer Woche gegen 0.30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha (Kreis Kassel) entdeckt worden. Er hatte eine Schussverletzung am Kopf und starb kurz darauf. Der Schuss war den Ermittlungen zufolge aus nächster Nähe abgegeben worden. Das Motiv ist immer noch unklar.

    Drohungen von "Reichsbürgern"

    Der getötete CDU-Politiker wird von lokalen Medien zwar als beliebt beschrieben. Der Stellvertretende Regierungspräsident Hermann-Josef Klüber bestätigte jedoch auf hr-Nachfrage, dass Lübcke in den vergangenen Jahren immer wieder von bestimmten Gruppen bedroht worden sei. Eine davon seien die sogenannten Reichsbürger, "die sich vielfach in unverschämten Schreiben an uns wenden und auch Drohungen gegen den Präsidenten ausrichten".

    Walter Lübcke bekam Morddrohungen

    2015 hatte Lübcke nach Medienberichten zeitweise wegen Morddrohungen unter Personenschutz gestanden. Vorausgegangen war eine Informationsveranstaltung über eine Erstaufnahmeeinrichtung, bei der Lübcke sich durch Anhänger eine Kasseler "Pegida"-Sektion provoziert sah und ihnen entgegnete, sie könnten Deutschland verlassen, wenn sie beispielsweise mit christlichen Werten nichts anfangen könnten. Ein Video, das diesen verbalen Schlagabtausch zeigt, wird derzeit wieder in den sozialen Medien verbreitet und hasserfüllt kommentiert.

    Rassistischer Blog "PI-News" hatte Lübckes Adresse veröffentlicht

    Zudem war auf dem rassistischen Blog "PI-News" - ebenfalls im Jahr 2015 - die Adresse von Lübcke veröffentlicht worden. Der Journalist Robert Andreasch dokumentierte auf Twitter, wie Kommentatoren zudem dazu aufriefen, bei Lübcke vorbeizuschauen. Einer schrieb: "Der Kasper aus Kassel macht es nicht mehr lange."