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Trauer um George Floyd: Emotionaler Abschied in Houston | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/David J. Phillip

Im engen Kreis ist George Floyd auf dem Friedhof in Pearland beerdigt worden. Zuvor war die Trauerzeremonie von mehreren US-Sendern life übertragen worden. Emotional und kämpferisch forderten die Trauerredner an Rassengerechtigkeit in den USA ein.

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Trauer um George Floyd: Emotionaler Abschied in Houston

"Wir feiern sein Leben". Im Beisein von rund 500 Gästen haben Angehörige, Freunde und Politiker Abschied von George Floyd genommen. Der gewaltsamer Tod des Afroamerikaners erschüttert die USA seit Tagen.

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  • BR24 Redaktion

"Er hat die Welt verändert": Mit einem emotionsgeladenen Trauergottesdienst haben Angehörige, Freunde, Bürgerrechtler und Politiker Abschied von dem durch Polizeigewalt getöteten Afroamerikaner George Floyd genommen. Zu der Zeremonie in der Kirche "Fountain of Praise" waren 500 Gäste geladen. Viele der Gäste erschienen in weißer Kleidung.

Masken mit: "I can't breathe"

Der Bürgerrechtler Al Sharpton und andere Würdenträger schritten am Dienstag bei brütender Hitze mit Verwandten und Freunden Floyds durch ein Spalier von Trauernden und amerikanischen Fahnen in die Kirche. Einige der Trauergäste trugen Hemden oder Masken mit der Aufschrift "I can't breathe".

Sharpton prangerte bei der Trauerfeier für George Floyd die Ungleichbehandlung Schwarzer an und erhob Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump. "Er hat China wegen der Menschenrechte angegriffen", sagte Sharpton bei der Zeremonie. "Was ist mit dem Menschenrecht von George Floyd?" Sharpton kritisierte, Trump drohe mit dem Einsatz des Militärs gegen die Proteste infolge von Floyds Tod, "aber er spricht nicht ein Wort über acht Minuten und 46 Sekunden."

"Wir feiern sein Leben", sagte Pastor Remus Wright zum Auftakt des Gottesdienstes. Co-Pastorin Mia Wright fügte hinzu: "Wir können weinen, wir können trauern, wir werden Trost finden und wir werden Hoffnung finden."

Floyds Nichte Brooke Williams sagte beim Gottesdienst: "Keine Hassverbrechen mehr, bitte. Jemand hat gesagt: 'Make America Great Again'. Aber wann war Amerika jemals großartig?" "Amerika wieder großartig machen" war Trumps zentraler Wahlkampfslogan 2016. Williams bekam für ihre Worte viel Applaus.

Biden hält emotionale Trauerrede

Auch Ex-Vizepräsident Joe Biden hat bei der Trauerfeier für George Floyd in einer emotionalen Videobotschaft zur Überwindung von Rassismus aufgerufen. Zu viele Schwarze in den USA "wachen auf und wissen, dass sie ihr Leben verlieren können, indem sie einfach ihr Leben leben", sagte Biden am Dienstag unter dem Applaus der Trauergäste. "Kein Kind sollte die Frage fragen müssen, die zu viele schwarze Kinder seit Generationen fragen mussten: Warum. Warum ist Papa weg."

Derweil sorgte Trump mit Äußerungen zu einem 75-jährigen Demonstranten, der in der Stadt Buffalo von Polizisten niedergestoßen und schwer verletzt worden war, für Empörung. Trump schrieb ohne jeden Beleg im Kurzbotschaftendienst Twitter, bei Martin Gugino könnte es sich um einen "Antifa-Provokateur" handeln.

Würgegriff-Verbot für Houston

Der Bürgermeister von Houston, Sylvester Turner, hat bei der Trauerfeier für George Floyd ein Verbot von Würgegriffen und andere Reformen gegen Polizeigewalt angekündigt. Turner sagte unter dem Applaus der Trauergäste in der Kirche in der texanischen Metropole, er werde nach seiner Rückkehr ins Rathaus eine entsprechende Anordnung unterschreiben. "In dieser Stadt werden wir Deeskalation verlangen. In dieser Stadt wird man eine Warnung geben müssen, bevor man schießt", sagte Turner. "In dieser Stadt hat man die Pflicht, einzuschreiten."

Der US-Bürgerrechtler William Lawson hat bei der Trauerfeier indirekt zur Abwahl von US-Präsident Donald Trump aufgerufen. Der Kampf zur Überwindung von Rassismus dürfe nach der Beisetzung von George Floyd nicht aufhören, sagte der emeritierte Pastor: "Wir können sicherstellen, dass wir den Kampf nicht stoppen." Unter dem Beifall der Trauergäste fügte Lawson hinzu: "Natürlich müssen wir als erstes das Weiße Haus ausfegen." Trumps Namen nannte er dabei nicht.

Bereits am Montag hatten tausende Menschen in Houston Abschied von Floyd genommen. Der in der texanischen Großstadt aufgewachsene Familienvater wird an der Seite seiner 2018 verstorbenen Mutter Larcenia bestattet.

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Mit einem emotionalen Trauergottesdienst haben Angehörige, Freunde, Bürgerrechtler und Politiker noch einmal an den durch Polizeigewalt getöteten Afroamerikaner George Floyd erinnert und vor Rassismus gewarnt.

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