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Lastenfahrrad im Stadtverkehr

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    Transporter mit Pedalen: Lastenfahrräder boomen

    Es geht eng zu in den deutschen Innenstädten. Viele Menschen sind deswegen bereits auf das Fahrrad umgestiegen. Aber auch die Verbreitung von Lastenfahrrädern wächst - egal ob privat oder gewerblich. Was macht sie so beliebt?

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    Von
    • Dominik Einzel

    Sie sind groß, relativ schwer und trotzdem praktisch. Sei es zum Einkaufen, für Kindertransport oder den großen Ausflug – elektrische Lastenfahrräder sieht man vor allem in Städten immer häufiger. Manche Familien verzichten damit sogar komplett aufs Auto.

    Nischenmarkt mit starkem Zuwachs

    Gemessen am Gesamtmarkt sind die Verkaufszahlen von elektrischen Lastenrädern in Deutschland sehr überschaubar: 78.000 Stück wurden vergangenes Jahr verkauft. Die Gesamtzahl an verkauften Fahrräder und E-Bikes liegt dagegen bei 5 Millionen. Bei den E-Lastenrädern ist die Zuwachsrate von gut 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aber beachtlich.

    Teuer in der Anschaffung, teilweise aber gefördert

    Lastenfahrräder sind eine recht teure Anschaffung, mit Elektromotor sind sie ab knapp 3.000 Euro zu bekommen, nach oben gibt es fast keine Grenze. Aber einige Bundesländer und Kommunen fördern die Anschaffung der elektrischen Lastenräder anteilig. Manchmal nur für Gewerbe, oft aber auch für Privatleute. Auch über Dienstrad-Leasing ist es möglich an ein solches Gefährt zu kommen, ohne eine größere Summe auf einmal zu bezahlen. München hat 2017 das Förderungsprogramm für Lastenpedelecs "München emobil" ins Leben gerufen und so bis Ende Dezember 2020 über 4.200 Lastenfahrräder mit Elektromotor bezuschusst. Rund 3,7 Millionen Euro hat sich die Landeshauptstadt das kosten lassen und die Förderung läuft noch weiter.

    Verschiedene Einsatzmöglichkeiten

    Egal ob mit Ladefläche vorne, hinten oder mit drei Rädern, die Einsatzmöglichkeiten sind äußerst flexibel: Man kann damit den Nachwuchs in den Kindergarten bringen und anschließend einkaufen fahren, ohne lange einen Parkplatz suchen zu müssen. Die Nutzlast der meisten Lastenfahrräder lässt auch den Einkauf von Getränkekisten oder Baumarktware zu. Im Internet überbieten sich die Nutzerinnen und Nutzer solcher Gefährte teilweise mit kreativen Transportaufgaben. Aber auch Ausflüge zum Grillen oder Baden sind mit größerem Gepäck möglich.

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    Bildrechte: dpa-Bildfunk/Julian Stratenschulte

    Hund im Lastenrad

    Straßenverkehrsordnung lässt Kindertransport zu

    Einige Lastenfahrräder können speziell für den Kindertransport ausgerüstet werden. Dafür gibt es sowohl vollwertige Kindersitze für kleinere, aber auch gepolsterte Sitzflächen und Fußrasten für größere Kinder. Teils sind sogar Gurte zum Anschnallen integriert. Die Neufassung der Straßenverkehrsordnung von vergangenem Jahr gestattet dies auch ausdrücklich, "wenn die Fahrräder auch zur Personenbeförderung gebaut und ausgerüstet sind" (StVO §21 Abs. 3).

    Gewerbliche Nutzung nimmt zu

    Die Deutsche Post setzt für die Zustellung schon seit weit über 100 Jahren aufs Fahrrad. Die Posträder sind seit jeher umweltfreundlich, leise und meist schneller als das Auto unterwegs. Und die Post gehört beim Einsatz von E-Lastenrädern zu den Pionieren. Die neueste Generation der Postfahrräder ist ein elektrisch unterstütztes Dreirad, das eine komplette Tour mit einer Akkuladung schafft. Der Paketdienst UPS geht noch einen Schritt weiter und setzt auf mobile Innenstadtdepots. In München hat der Versanddienstleister momentan 24 Lastenräder im Einsatz, die sich so immer wieder neue Ladung holen und zustellen können. So können pro Tag insgesamt 20 Touren mit Kleinlastern und Lkw eingespart werden.

    © UPS Deutschland
    Bildrechte: UPS Deutschland

    Lastenfahrrad eines Paketdienstleisters

    Letzte Meile: Lastenrad

    Seit Januar läuft in Hamburg ein Pilotprojekt, das vom Verkehrsunternehmen "Hamburger Hochbahn" geleitet wird. Der Verkehrsdienstleister stellt in der Altstadt ein Mikrodepot für Warenlogistik zur Verfügung, das Rewe, Hermes, UPS und die Deutsche Post gemeinsam nutzen. Sendungen kommen dort per Lkw an und werden dann mit Lastenrädern zum Endkunden gebracht. Ein ähnliches Projekt mit einem gemeinsam genutzten Innenstadtdepot ist zum Jahresanfang auch in Dortmund angelaufen, wo neben Kurierdiensten auch Amazon Pakete für die Zustellung zum Kunden bündelt und mit Lastenrädern ausliefert.

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