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Budapest: Touristenboot auf der Donau sank in sieben Sekunden | BR24

© dpa-bildfunk/Balazs Mohai

Eine Frau wirft eine Blume von der Margaretenbrücke aus in die Donau

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Budapest: Touristenboot auf der Donau sank in sieben Sekunden

Zu dem Schiffsunglück auf der Donau in Ungarn haben die Ermittler Details bekannt gegeben. Nach dem Zusammenstoß des Ausflugsbootes mit dem größeren Flußkreuzfahrtschiff in Budapest sei das Boot innerhalb von sieben Sekunden gesunken, so die Polizei.

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Mindestens sieben Passagiere aus Südkorea sind bei dem Zusammenprall der beiden Schiffe auf der Donau ums Leben gekommen. Nach 21 weiteren Menschen, die an Bord des Ausflugsschiffes waren - unter ihnen 19 Südkoreaner und zwei ungarische Besatzungsmitglieder - werde weiterhin gesucht, wie Behördenvertreter auf einer Pressekonferenz in Budapest erklärten. Das Ausflugsschiff "Hableany" (Nixe) war gegen 22 Uhr unter der Margaretenbrücke mit dem weitaus größeren Flusskreuzfahrtschiff "Viking Sigyn" zusammengestoßen, wie Polizeioberst Adrian Pal erläuterte.

Grund für Zusammenstoß weiterhin unklar

Das kleinere Schiff kenterte infolge der Wucht des Zusammenstoßes und ging innerhalb weniger Sekunden in den Fluten der Donau unter. Sieben Menschen - alle Südkoreaner - konnten unmittelbar nach der Katastrophe aus dem Wasser gerettet werden. Sie wurden wegen Unterkühlung in Budapester Spitälern behandelt, erklärte ein Sprecher des Rettungsdienstes. Die Gründe des Zusammenstoßes sind noch unklar. Auf dem größeren Schiff kam niemand zu Schaden. Die Polizei leitete Ermittlungen ein. Die Kapitäne beider Schiffe hätten viel Erfahrung gehabt.

Suche wird bis auf den serbischen Teil der Donau ausgeweitet

Inzwischen ist die Suche nach den 21 Vermissten auf Serbien ausgedehnt worden, wohin die Donau nach dem Verlassen Ungarns fließt. Regenfälle und der schnelle Anstieg des Flusses erschwerten die Rettungsversuche. Wegen der schlechten Wetterbedingungen sei zudem unklar, wann das Wrack geborgen werden könne, sagte der Chef des Budapester Katastrophenschutzes, Zsolt Gabor Palotai.

Touristen trugen keine Rettungswesten

Rettungswesten hatte offenbar keiner der Touristen getragen. Das teilte das Außenministerium in Südkorea am Donnerstag unter Berufung auf landeseigene Diplomaten vor Ort in Ungarn mit. Für Touristen auf Donau-Ausflugsbooten sei es "üblich", keine Schwimmwesten zu tragen. Der südkoreanische Präsident Moon Jae In entschied, ein eigenes Rettungsteam nach Ungarn zu entsenden. Es sollte im Laufe des Donnerstags aufbrechen. Auch Außenministerin Kang Kyung Wha sollte nach Ungarn reisen.

Insgesamt 35 Personen auf dem Ausflugsboot

Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap befanden sich 30 Touristen, die eine Sechs-Länder-Reise nach Osteuropa gebucht hatten, auf der gesunkenen "Hableany". Dazu kämen noch drei Reisebegleiter sowie die zwei ungarischen Besatzungsmitglieder. Die meisten Reisenden seien 40 bis 50 Jahre alt gewesen. Auch ein sechsjähriges Kind sei an Bord gewesen und werde vermisst.