Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Tote und Verletzte bei Brandanschlag auf Filmstudio in Japan | BR24

© dpa-Bildfunk

Aus dem Gebäude in Kyoto drang dichter Rauch.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Tote und Verletzte bei Brandanschlag auf Filmstudio in Japan

Bei einem Brandanschlag auf ein Zeichentrick-Studio in Japan sind mindestens 25 Menschen getötet worden. Zahlreiche Menschen wurden Berichten zufolge verletzt, auch der mutmaßliche Täter. Die Hintergründe sind noch unklar.

Per Mail sharen

Ein japanisches Zeichentrick-Filmstudio ist offenbar zum Ziel eines verheerenden Brandanschlags geworden: Mindestens 25 Menschen wurden dem japanischen Fernsehsender NHK zufolge getötet. Etwa 35 Menschen seien zudem verletzt worden, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könnte. Zum Tatzeitpunkt hätten sich rund 70 Menschen in dem mehrstöckigen Gebäude aufgehalten. Ein 41-jähriger Mann, der sich unter den Verletzten befand und ins Krankenhaus gebracht wurde, habe die Tat gestanden, hieß es.

"Ihr werdet sterben"

Der Täter soll eine brennbare Flüssigkeit an dem Gebäude versprüht und daraufhin das Feuer gelegt haben. Dabei schrie er nach Angaben von Augenzeugen: "Ihr werdet sterben." Sein Motiv ist noch unklar. Die 1981 gegründete Produktionsfirma Kyoto Animation hat vor allem in den 2000er Jahren einige beliebte Fernseh-Zeichentrickserien wie "K-On!", "Free!" und "Suzumiya Haruhi no Yuutsu" produziert, die sich insbesondere an die jüngere Generation richten. Viele Fans in Japan haben Orte aufgesucht, die in den Filmen eine Rolle spielen.

Messer am Tatort gefunden

Aufnahmen des dreistöckigen Firmengebäudes zeigten ein völlig ausgebranntes Haus, aus dem noch Rauchwolken aufstiegen. Die Polizei fand am Tatort auch mehrere Messer. "Anrufer berichteten, sie hätten eine laute Explosion im ersten Stock von Kyoto Animation gehört und Rauch gesehen", sagte ein Feuerwehr-Sprecher. "Ich hörte zweimal einen lauten Knall, sie hörten sich an wie Explosionen", sagte ein Mann dem Sender NHK. "Das Feuer wütete heftig. Ich sah rote Flammen lodern."

Es wäre nicht der erste Massenmord in Japan, das eigentlich den Ruf genießt, eines der sichersten Länder der Welt zu sein. Erst im Mai hatte ein Mann mit Messern auf Schülerinnen eingestochen. Dabei tötete er ein Kind und einen Vater, bevor er sich selbst das Leben nahm. Bei dem bislang blutigsten Amoklauf in Japan seit Jahrzehnten hatte ein junger Mann vor drei Jahren in einem Behindertenheim 19 wehrlose Menschen erstochen.

Harte Strafen für Brandstiftung

Brandanschläge werden in Japan, wo viele Menschen in Holzhäusern leben, hart bestraft. Sogar die Todesstrafe kann verhängt werden. Ein Mann, der 2008 in Osaka ein Feuer in einem Videoverleih gelegt und 16 Menschen getötet hatte, wartet derzeit auf die Vollstreckung seines Todesurteils.