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Tote Journalistin in Nordirland: Polizei nimmt Verdächtige fest | BR24

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Zwei Jahrzehnte nach dem Karfreitagsabkommen ist im nordirischen Londonderry am Rande von schweren Ausschreitungen eine Journalistin erschossen worden. Die Polizei bezeichnete den Tod der 29-jährigen Lyra McKee als "terroristischen Vorfall".

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Tote Journalistin in Nordirland: Polizei nimmt Verdächtige fest

Nach dem Tod einer Journalistin am Rande von schweren Ausschreitungen im nordirischen Derry hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Die Polizei in Nordirland hatte den Tod der 29-Jährigen zuvor als "terroristischen Vorfall" bezeichnet.

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Nach dem Mord an der Journalistin Lyra McKee in Nordirland sind zwei junge Männer festgenommen worden. Die 29-Jährige wurde bei gewaltsamen Ausschreitungen in der Stadt Londonderry am Donnerstag erschossen. Eine Kugel traf ihren Kopf, sie starb im Krankenhaus. Zu dem Zeitpunkt war sie nicht als Journalistin im Dienst.

Die Männer sind 18 und 19 Jahre alt, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Sie werden in Belfast, der Hauptstadt des britischen Landesteils, verhört. Zuvor hatte die Polizei ein Video von Freitagabend mit einem Verdächtigen veröffentlicht.

Ermittler gehen von "terroristischem Vorfall" aus

Die Ermittler gehen von einem "terroristischen Vorfall" aus. Sie vermuten, dass hinter der Tat eine militante Republikaner-Gruppe namens Neue IRA stecken könnte, irische Nationalisten. Politiker aus Großbritannien und der Republik Irland verurteilten die Tat scharf.

Auslöser der Auseinandersetzungen war eine Hausdurchsuchung, mit der die Polizei nach eigenen Angaben für das Wochenende geplante gewaltsame Angriffe verhindern wollte. Gegen 23.00 Uhr am Donnerstag habe ein Bewaffneter Schüsse auf die Polizei abgefeuert, dabei sei McKee getroffen worden.

Mehrere Sprengsätze seit Jahresbeginn

Londonderry hat rund 85.000 Einwohner und liegt im äußersten Nordwesten der nordirischen Provinz an der Grenze zur Republik Irland. Dort wohnen vor allem Katholiken, die ihre Stadt Derry nennen.

In dem britischen Landesteil sind paramilitärische Gruppierungen aktiv. Seit Jahresbeginn explodierten wiederholt Sprengsätze in Londonderry, ohne dass es dabei Verletzte gab. Einer davon detonierte im Januar vor einem Gericht mitten in der Stadt, nachdem kurz zuvor eine Warnung bei den Behörden eingegangen war.

Sorge vor Wiederaufflammen des Nordirland-Konflikts

Unklar ist, ob die neuerlichen Unruhen im Zusammenhang mit dem Osterwochenende stehen, das traditionell für politische Kundgebungen genutzt wird. Zuletzt war im Zuge der Brexit-Verhandlungen die Sorge gewachsen, dass die drohende Einführung von Grenzkontrollen zwischen dem britischen Nordirland und der auch künftig zur EU gehörenden Republik Irland die Gewaltspirale wieder in Gang setzen könnte.

In Nordirland hatte jahrzehntelang ein Bürgerkrieg gewütet, bei dem Tausende Menschen ums Leben kamen und Zehntausende verletzt wurden. In dem Konflikt standen katholische Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstreben, protestantischen Unionisten gegenüber, die weiter zu Großbritannien gehören wollen.