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Tote bei Feier in Kabul: IS reklamiert Anschlag für sich | BR24

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Der tödlichste Anschlag in Afghanistan in diesem Jahr hat in dem geschundenen Land Schock und Wut ausgelöst.

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Tote bei Feier in Kabul: IS reklamiert Anschlag für sich

Der Ableger der Terrormiliz "Islamischer Staat" in Afghanistan hat den Anschlag auf eine Hochzeitsfeier in Kabul für sich reklamiert. Bei der Attacke waren mindestens 63 Menschen getötet worden, mehr als 180 wurden verletzt.

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Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat die Verantwortung für den Bombenanschlag auf eine Hochzeitsfeier in Kabul übernommen, bei dem mindestens 63 Menschen getötet und mehr als 180 Menschen verletzt worden. Unter den Opfern sind viele Frauen und Kinder. Einem Sprecher des afghanischen Innenministeriums zufolge ereignete sich die Detonation etwa eine Stunde vor Mitternacht in der Hochzeitshalle "Dubai" in der Hauptstadt Kabul bei einer Feier, auf der mehr als 1200 Gäste geladen waren.

Hochzeitsgesellschaften und andere sogenannte weiche Ziele waren in der Vergangenheit bereits öfters von der Terrororganisation "Islamischer Staat" angegriffen worden. Die betroffene Hochzeitshalle liegt einem Viertel im Westen Kabuls, wo viele Angehörige der Hasara wohnen. Diese schiitische Minderheit war schon häufig Ziel von Anschlägen des IS.

"Überall lagen Leute herum"

Ahmed Omid war einer der Hochzeitsgäste: "Ich war zusammen mit dem Bräutigam in einem anderen Raum, als wir die Explosion hörten. Und im Hochzeitssaal konnten wir niemanden finden, überall lagen Leute herum. Mein Vater und mein Onkel sind noch im Krankenhaus, um Opfer zu identifizieren." Ein anderer Augenzeuge, Gul Mohammad, war noch sichtlich geschockt: "Der Sprengsatz explodierte direkt neben der Bühne wo die Musik spielte. Die Kinder und Jugendlichen, die dort tanzten, sind alle tot. Einige sind verletzt und jetzt im Krankenhaus."

Über die sozialen Netzwerke verbreiteten sich Videos und Bilder verzweifelter Menschen vor der Hochzeitshalle, die Familienmitglieder suchten. Viele Afghanen drückten ihr Entsetzen über den Angriff aus. "Wie ist das zu rechtfertigen? Was ist unsere Schuld?", schrieb der Künstler Omaid Scharifi auf Twitter.

100 Jahre Unabhängigkeit

Morgen feiert Afghanistan 100 Jahre Unabhängigkeit und in den nächsten Tagen wird möglicherweise ein Ergebnis der seit mehr einem Jahr laufenden Gespräche zwischen den USA und der Taliban-Führung bekannt gegeben.

Beide Seiten hatten sich jüngst optimistisch gezeigt, dass es bald zu einer Einigung kommen könnte, in deren Mittelpunkt ein Abzug oder Teilabzug der US-Truppen stehen würde. Viele Afghanen befürchten jedoch, dass die Gewalt im Land dann weitergeht.