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Todesopfer aus britischem Lastwagen mutmaßlich Vietnamesen | BR24

© Denise Ferchow/BR

Bei den 39 Toten in einem Lastwagen nahe London handelt es sich nach Erkenntnissen der britischen Polizei um Vietnamesen. Die Behörden gehen davon aus, dass die 31 Männer und acht Frauen versucht hatten, auf illegalem Weg ins Land zu gelangen.

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Todesopfer aus britischem Lastwagen mutmaßlich Vietnamesen

Bei den 39 Toten in einem Lastwagen nahe London handelt es sich nach Erkenntnissen der britischen Polizei um Vietnamesen. Die Behörden gehen davon aus, dass die 31 Männer und acht Frauen versucht hatten, auf illegalem Weg ins Land zu gelangen.

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Bei den in einem Lastwagen gefundenen 39 Toten handelt es sich nach Angaben der britischen Polizei mutmaßlich um vietnamesische Staatsbürger. Die Identifizierung sei aber noch nicht vollständig abgeschlossen, teilte die Polizei in Essex mit. Weiter heißt es, man stehe deshalb mit der Regierung in Vietnam in Kontakt. Zunächst hatte die britische Polizei die Toten für Chinesen gehalten.

Die Leichen der 31 Männer und 8 Frauen waren am 23. Oktober in einem Kühllaster entdeckt worden. Die Polizei ermittelt wegen Totschlags in 39 Fällen und Menschenhandels. Denn: Bei den Toten handelt es sich vermutlich um ins Land geschleuste Migranten.

Nach zwei Verdächtigen wird noch gesucht

Die Tatverdächtigen stammen aus Nordirland: Gegen den 25 Jahre alten Fahrer des Lastwagens wurde bereits Anklage erhoben. Er sitzt in Haft.

In Dublin wurde am Freitag (01.11.2019) außerdem ein 22-Jähriger festgenommen. Die britische Polizei will seine Auslieferung beantragen. Drei weitere Verdächtige kamen gegen Kaution frei. Zudem werden zwei 40 und 34 Jahre alte Brüder gesucht, die in der Stadt Armagh ein Transportunternehmen betreiben.

In Vietnam waren am Freitag im Zusammenhang mit diesem Fall zwei Menschen festgenommen worden. Nähere Angaben machten die Behörden zunächst nicht.

Identifizierung mit Hilfe aus Vietnam

Es gebe direkten Kontakt zu einigen Familien in Vietnam und Großbritannien, teilte die britische Polizei mit. Großbritannien hatte zu Wochenbeginn Unterlagen nach Vietnam geschickt, die bei der Identifizierung der Toten helfen sollen. Zudem wurden DNA-Proben von mutmaßlichen Verwandten der Opfer in Vietnam genommen.

Nach vietnamesischen Medienberichten haben bis zu 28 Familien in den benachbarten Provinzen Ha Tinh und Nghe An Angehörige als vermisst gemeldet. Die Regierung in Hanoi reagierte nach eigenen Worten "tieftraurig" auf die Meldungen über vietnamesische Opfer. "Wir hoffen, dass die britische Seite ihre Untersuchungen bald abgeschlossen haben wird und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zieht", teilte eine Sprecherin des Außenministeriums am Samstag (02.11.2019) mit.

Kontakt per SMS - womöglich aus dem Kühllaster

Britischen Medien zufolge hatten sich mehrere mutmaßliche Opfer aus dem Lastwagen vor ihrem Tod mit Textnachrichten bei ihren Familien in Vietnam gemeldet. Sie sollen teils zehntausende Euro an Menschenhändler gezahlt haben, um nach Großbritannien gebracht zu werden.

Eine Frau in Vietnam sagte der BBC, sie habe keinen Kontakt zu ihrer Tochter gehabt, seit diese ihr am Tag vor dem Leichenfund geschrieben habe, dass sie ersticke.

Regierung in Hanoi verurteilt Menschenhandel

Die vietnamesische Regierung rief die Staatengemeinschaft auf, ihre Anstrengungen im Kampf gegen Menschenhandel zu verstärken, "um die Wiederholung einer solchen Tragödie zu verhindern". Nach Angaben der internationalen Jugendschutzorganisation Ecpat werden jedes Jahr hunderte Vietnamesen auf der Suche nach Arbeit nach Großbritannien geschmuggelt.

Den Ermittlungen zufolge war die Zugmaschine des Lastwagens, in dem die Leichen gefunden wurden, aus Irland gekommen. Der Auflieger wurde per Schiff über den belgischen Hafen Zeebrugge in den englischen Hafen Purfleet gebracht. Die britische Zeitung "The Times" berichtete unter Berufung auf GPS-Daten des Lastwagens, dass das Fahrzeug eine Woche vor dem grausigen Fund eine ganz ähnliche Tour gemacht habe.