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Tod im Exil: Tunesiens Ex-Präsident Ben Ali gestorben | BR24

© picture alliance/IPA

Tunesiens Ex-Präsident Zine El Abidine Ben Ali

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    Tod im Exil: Tunesiens Ex-Präsident Ben Ali gestorben

    Im Alter von 83 Jahren ist Tunesiens Ex-Präsident Ben Ali im saudischen Exil gestorben. Er war der erste Herrscher, der im Zuge der arabischen Aufstände 2011 gestürzt wurde. 23 Jahre war er an der Macht.

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    Von seinem Exil in Saudi-Arabien gab es nur ein paar Fotos im Internet: Sie zeigten Zine el-Abidine Ben Ali als zufriedenen Pensionär, zusammen mit seinem Sohn Mohamed. Jetzt starb er im Alter von 83 Jahren in der Hafenstadt Dschidda.

    Ben Ali war in seiner Heimat Tunesien mehr als zwei Jahrzehnte allgegenwärtig: der Diktator Ben Ali ließ sich von den Volksmassen feiern und immer wieder wählen - mit angeblich 99 Prozent der Stimmen.

    Unterstützung aus Europa - Hass im eigenen Land

    1987 war der der damals 51-Jährige an die Macht gekommen, nach einer langen Karriere in den Sicherheitsdiensten. Ben Ali versprach mehr Demokratie und pflegte sein Bild als moderner Staatsmann der arabischen Welt. Viele europäische Politiker unterstützten den Alleinherrscher, der sich als Bollwerk gegen Islamisten und gegen Migranten aus Afrika präsentierte.

    In Tunesien jedoch wuchs der Hass gegen Ben Ali, der die Opposition brutal unterdrückte, und sich schamlos bereicherte. 13 Milliarden Dollar soll sein Vermögen betragen haben.

    Sturz und Flucht während des "Arabischen Frühlings"

    Im Januar 2011 kam es zu schweren Ausschreitungen, das Volk begehrte auf. Mit Tunesiens Revolution begann der "Arabische Frühling". Ben Ali floh nach einer letzten Fernsehansprache nach Saudi-Arabien - das Ende eines Diktators.

    In Abwesenheit wurde er später von einem Gericht in Tunis zu lebenslanger Haft verurteilt, aber Ben Ali entzog sich dieser Strafe und blieb in seinem Exil in Saudi-Arabien.

    Tunesien war nach seinem Sturz das einzige Land der Region, das den Übergang in die Demokratie schaffte. Demnächst wird in einer Stichwahl ein neuer Präsident bestimmt. Allerdings leidet das Land unter starken wirtschaftlichen Problemen.