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Trauer und Angst nach Schreckenstat von Frankfurt | BR24

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Hauptbahnhof Frankfurt - der Tag danach

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Trauer und Angst nach Schreckenstat von Frankfurt

Der 40-Jährige, der einen Achtjährigen vor einen ICE in den Tod gestoßen haben soll, wird laut Staatsanwaltschaft Frankfurt heute dem Haftrichter vorgeführt. Das Entsetzen ist weiter groß. Und es wird über die Sicherheit an Bahnhöfen diskutiert.

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Der SPD-Verkehrspolitiker Martin Burkert bemängelte in der "Bild"-Zeitung eine unzureichende Aufsicht an den Bahnsteigen. Zudem fehle es an den Bahnhöfen an Bundespolizisten. Einen Umbau der Bahnhöfe halte er aber nicht für nötig, sagte Burkert. "Es würde erstmal reichen, wenn wieder Normalität durch Polizei und Aufsicht geschaffen würde."

Technische Sperren zu Gleisen statt mehr Polizisten

Der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jörg Radek, warnte aber, solch "grauenhafte Verbrechen" würden sich nicht durch mehr Polizisten verhindern lassen. Radek fordert stattdessen, "über den Einbau technischer Sperren zu diskutieren, die den Zugang zu Gleisen erst ermöglichen, wenn der Zug bereits steht". Solche Vorrichtungen gebe es etwa an bestimmten Gleisen in Londoner Bahnhöfen.

Absolute Sicherheit nicht möglich

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst sagte der "Bild", eine noch gezieltere Videoüberwachung und mehr Sicherheitspersonal auf den Bahnhöfen würden das Sicherheitsniveau erhöhen. Absolute Sicherheit werde es aber nie geben.

Rasche und spürbare Konsequenzen für den Täter forderte CDU-Innenpolitiker Philipp Amthor. "Zusätzlich zum Strafverfahren sollten auch aufenthaltsbeendende Maßnahmen diskutiert werden", so Amthor gegenüber der Deutschen Presseagentur. Darüber hinaus sei er offen für eine Diskussion über bessere Sicherheitsvorkehrungen an unseren Bahnhöfen.

Seehofer berät sich mit Sicherheitsbehörden

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will sich "angesichts mehrerer schwerwiegender Taten in jüngerer Zeit" in Berlin mit den Chefs der Sicherheitsbehörden beraten. Die Ergebnisse wird er heute Nachmittag auf einer Pressekonferenz vorstellen.

Verdächtiger schweigt zu den Vorfällen am Frankfurter Bahnhof

Ein Mann hatte am Montagvormittag am Frankfurter Hauptbahnhof einen Achtjährigen und seine Mutter ohne erkennbares Motiv vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Das Kind starb, die Mutter konnte sich retten. Politiker äußerten sich parteiübergreifend entsetzt. Der mutmaßliche Täter, ein 40-jähriger eritreischer Staatsbürger, wurde nach kurzer Flucht von Passanten überwältigt. Bislang hat er sich nicht zu dem Fall geäußert, wie eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde sagte. Heute soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.

Mutmaßlicher Täter lebte mehrere Jahre in der Schweiz

Der Tatverdächtige hatte bis zuletzt im Kanton Zürich in der Schweiz gelebt, wie die Schweizer Polizei inzwischen mitteilte. Der Mann war im Besitz einer sogenannten Niederlassungsbewilligung - diese wird Ausländern in der Schweiz nach einem Aufenthalt von fünf oder zehn Jahren im Land ausgestellt. Niedergelassene haben damit laut dem Staatssekretariat für Migration ein unbeschränktes Aufenthaltsrecht.

Ähnliche Attacke an Bahnhof in Nordrhein-Westfalen

Der Frankfurter Fall erinnert an eine Attacke, die sich vor gut einer Woche in Voerde in Nordrhein-Westfalen ereignet hatte: Dort hatte ein Mann eine Frau an einem Bahnhof vor einen Zug gestoßen und so getötet.