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Tod des kleinen Julen: Prozess in Spanien abgesagt | BR24

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Im Fall des in einem Brunnenschacht gestorbenen Kleinkindes Julen wird es wohl zu keinem Prozess mehr kommen. Medienberichten zufolge soll es eine außergerichtliche Einigung zwischen Anklage und Verteidigung geben.

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Tod des kleinen Julen: Prozess in Spanien abgesagt

Der zweijährige Julen war im Januar 2019 in ein Bohrloch bei Málaga gestürzt und gestorben. Der Prozess gegen den Eigentümer des Grundstücks wurde nun in letzter Minute abgesagt: Er und Julens Familie sollen sich außergerichtlich geeinigt haben.

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Nur einen Tag vor dem geplanten Beginn des Verfahrens gegen den Finca-Besitzer, auf dessen Grundstück in Andalusien das Unglück vor einem Jahr passiert war, haben sich Anklage und Verteidigung laut Medienberichten außergerichtlich geeinigt.

Beschuldigter akzeptiert Haftstrafe

Der Beschuldigte habe sich bereit erklärt, den Vorwurf der fahrlässigen Tötung wegen schwerer Nachlässigkeit sowie eine Haftstrafe von einem Jahr zu akzeptieren, berichteten die Nachrichtenagentur Europa Press und andere spanische Medien am Montag unter Berufung auf Justizquellen. Zudem werde der Mann den Eltern eine Entschädigung zahlen.

Ins Gefängnis muss er allerdings wohl nicht: In Spanien werden Haftstrafen von bis zu zwei Jahren bei nicht vorbestraften Angeklagten so gut wie immer zur Bewährung ausgesetzt. Zeitungen sprachen von einer "unerwarteten Wende im Fall Julen". Der Pakt müsse aber noch vom Gericht abgesegnet werden.

Julen starb durch illegales Bohrloch

Der zweijährige Junge war im Januar 2019 in der Nähe von Málaga in ein tiefes und extrem enges Bohrloch gestürzt. Die Rettungsversuche hatten fast zwei Wochen lang international für Schlagzeilen gesorgt. Rettungsteams hatten sich schließlich am 26. Januar mittels eines eigens gebohrten Parallelschachts mühsam zu dem in 70 Meter Tiefe feststeckenden Kind vorgekämpft. Die Autopsie ergab, dass Julen schon kurz nach dem Sturz an schweren Kopfverletzungen gestorben war.

Eigentlich sollte das Verfahren in Málaga mit etwa 50 Zeugen am Dienstag starten. Die Staatsanwaltschaft wollte drei Jahre Haft fordern. Der Finca-Besitzer hatte das Loch auf der Suche nach Wasser illegal ausgehoben - in Spanien keine Seltenheit. Laut Anklage soll er der einzige gewesen sein, der von der Existenz des Brunnens wusste - und es dennoch versäumt haben, das Loch abzudecken oder zu sichern.