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Fahrverbote in Tirol: Landeschef Platter stellt Bedingungen | BR24

© dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

Österreich, Patsch: Autos und Lkw fahren zwischen Patsch und Schönberg am Brenner (Autobahn A13) über die Europabrücke.

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    Fahrverbote in Tirol: Landeschef Platter stellt Bedingungen

    Gut eine Woche vor Beginn der bayerischen Sommerferien schwelt der Transit-Streit zwischen Österreich und Deutschland weiter. Der Tiroler Landeshauptmann Platter sagt, die Tiroler erwarteten Lösungen - bis dahin bleibe es bei den Einschränkungen.

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    Im Verkehrsstreit zwischen Deutschland und Österreich will Tirols Landeschef Günther Platter hart bleiben und an seinen umstrittenen Einschränkungen festhalten. "Bis sich die Situation verbessert, wird es weiterhin die Blockabfertigung für den Lkw-Verkehr geben", sagte Plattner der "Augsburger Allgemeinen". Es seien weiter Pkw-Fahrverbote nötig. "Für eine Einigung, bei der ein fauler Kompromiss geschlossen wird, bin ich nicht zu haben", sagte der Politiker von der konservativen ÖVP.

    Kritik an "spottbilliger Lkw-Maut"

    Die deutsche Verkehrspolitik habe maßgeblich zur Überlastung der österreichischen Straßen beigetragen, kritisierte der Tiroler Landeshauptmann. "Man hat immer der Transitlobby nachgegeben." Durch die "spottbillige Lkw-Maut in Bayern und Italien" sei die Brennerroute die billigste. 40 Prozent des Lkw-Transitverkehrs nähmen dafür einen Umweg in Kauf. "Darum wird es weiter Blockabfertigungen geben, bis eine erhöhte Lkw-Maut beschlossen ist", sagte Platter. Der Industrie müsse vermittelt werden, "dass es attraktiver ist, die Güter auf der Schiene zu transportieren".

    Eine Lösung für den schnellen Güterverkehr auf Schienen durch Europa dauert - diese soll der Brennerbasistunnel bieten. Seit 2008 wird im Berg gegraben, 2027 soll der 64 Kilometer lange Brennerbasistunnel fertiggestellt sein. Geplant ist, dass ab 2028 Züge binnen 25 Minuten durch den Brenner Basistunnel von Innsbruck nach Südtirol rasen sollen.

    Fahrverbote auf Ausweichrouten

    Tirol setzt seit einigen Wochen samstags und sonntags Fahrverbote auf typischen Ausweichrouten durch, um Dörfer in Autobahnnähe zu entlasten. Die Maßnahme soll noch bis September an den Wochenenden gelten, damit Fahrzeuge auf der Autobahn bleiben. Auch Salzburg zog nach. Zudem gibt es immer wieder Blockabfertigungen für Lastwagen an der Grenze. Damit löste das österreichische Bundesland einen Verkehrsstreit aus.

    Platter fordert entlastende Maßnahmen

    Für den 25. Juli ist in Berlin ein Treffen von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) mit Platter und dem österreichischen Verkehrsminister Andreas Reichhardt geplant. Platter stellte nun Bedingungen für seine Teilnahme. Er werde nur kommen, wenn sich bereits im Vorfeld auf Expertenebene eine Einigung auf entlastende Maßnahmen für die Bevölkerung abzeichne. "Wieder einmal ergebnislos zusammenzusitzen, sodass die Bevölkerung noch mehr verärgert ist, kommt für mich nicht infrage."

    In gut einer Woche beginnen in Bayern die Schulferien - dann werden Hunderttausende in den Urlaub in Richtung Süden fahren. Für Juli und August wurden drei Lkw-Blockabfertigungen angekündigt: Für den 22. Juli, den 29. Juli und den 16. August. Urlauber und Pendler, die über die A 93 (Inntaldreieck – Kufstein) nach Tirol fahren wollen, müssen sich dann besonders auf Behinderungen einstellen.