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Tirol: Mehr Fahrverbote an diesem Wochenende | BR24

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Die Tiroler Landesregierung setzt Fahrverbote gegen den Ausweichverkehr ein. Im Bild die Situation am Samstag, 22. Juni 2019, im Raum Innsbruck

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Tirol: Mehr Fahrverbote an diesem Wochenende

Die Fahrverbote in Tirol für Schleichweg-Nutzer werden an diesem Wochenende ausgeweitet. Außerdem erlässt das österreichische Bundesland Fahrverbote für ältere Lkw. Für Montag sind weitere Blockabfertigungen für den Lastkraftverkehr angekündigt.

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Das müssen Autofahrer wissen: Die Fahrverbote in Tirol für Schleichweg-Nutzer werden an diesem Wochenende ausgeweitet. Neben der Region um Innsbruck will Tirol auch in den Bezirken Kufstein und Reutte Autofahrer auf die Autobahn zurückschicken, die im Transitverkehr Landstraßen nutzen wollen.

Österreich: Bessere Luft für Anwohner

Tirol argumentiert unter anderem mit Blechlawinen in den Dörfern und schlechter Luft. Tirols Landeshauptmann Günther Platter sagte, die Einschränkung des Straßenverkehrs in Tirol sei nötig, um in den Dörfern an den Ausweichrouten den kompletten Verkehrsstillstand zu verhindern. Vor zwei Wochen waren die Fahrverbote rund um Innsbruck verhängt worden. Am ersten Wochenende schickten Polizisten rund 1.000 Autofahrer auf die Autobahn zurück. Am vergangenen Wochenende dann gab es mangels nennenswerter Staus auf den Autobahnen keinen Grund für die Autofahrer, auf Nebenstrecken auszuweichen.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat eine Rückkehr an den Verhandlungstisch gefordert: "Wir dürfen den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen." Mit Österreich müsse über die Mautpflicht im Grenzverkehr bei Kufstein gesprochen werden. So sei der Ausweichverkehr "gleichsam in die Orte hineingetrieben" worden. Er droht Tirol mit einer Klage - auch wegen der Lkw-Blockabfertigungen.

Auf diese reagierte Platter mit Unverständnis, aber er signalisierte grundsätzlich Gesprächsbereitschaft, wenn es Ziel sei, den Transitverkehr über die Tiroler Route zu reduzieren und die Bevölkerung zu entlasten.

Tirol erlässt verschärfte Fahrverbote für ältere Lkw

Seit Freitag steht fest: Tirol setzt sein angekündigtes verschärftes Fahrverbot für Lastkraftwagen, die besonders umweltschädlich sind, in die Tat um. Die entsprechende Verordnung wurde im Landesgesetzblatt veröffentlicht.

Besonders streng sind die Regeln im Transitverkehr auf der Inntalautobahn A12 zwischen Kufstein und Zirl: Schon ab diesem November dürfen dort nur noch Lkw fahren, die mindestens die Euroklasse V oder VI erfüllen. Das gilt für Laster ab 7,5 Tonnen. Ab Januar 2021 greift die zweite Stufe. Dann ist die derzeit umweltschonendste Euroklasse VI Pflicht.

Für Lkw, die aus Österreich kommen oder Ziele in Tirol ansteuern, gelten längere Fristen. Ab Januar 2021 müssen die Lastkraftwagen mindesten die Euro-V-Norm erfüllen, zwei Jahre später mindestens die Euro VI-Norm.

Die Absicht hinter den verschärften Lkw-Fahrverboten ist klar: Tirol will vor allem den Durchgangsverkehr von der Straße auf die Schiene bekommen. Deshalb sind von den Verboten Fahrten von und zu den Eisenbahnverladestellen für den Güterverkehr in Hall und Wörgl ausgenommen.

Blockabfertigung wieder ab Montag

An der österreichischen Grenze wird es ab kommender Woche wieder zu Blockabfertigung für Lastwagen kommen. Tirol will mit der Maßnahme, die ab Montag um 5 Uhr gilt, an der Autobahn bei Kufstein Nord an besonders verkehrsreichen Tagen den Lastwagenverkehr auf der Inntal- und Brennerstrecke begrenzen.

Knapp zweieinhalb Millionen Lkw fahren pro Jahr über den Brenner - mehr als die Summe der Fahrten über die sechs Alpen-Übergänge in der Schweiz und in Frankreich. Deswegen lässt Tirol immer wieder nur eine begrenzte Zahl an Lkw von Bayern einreisen. Die EU-Kommission hat die umstrittenen Blockabfertigungen für Lastwagen vor wenigen Tagen kritisiert. Zu den Fahrverboten steht eine Einschätzung der EU-Kommission allerdings noch aus.