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Thüringen: Ramelows Mittelfinger stiftet Unruhe | BR24

© dpa-Bildfunk/Martin Schutt

Thüringen: Ramelows Mittelfinger stiftet Unruhe

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    Thüringen: Ramelows Mittelfinger stiftet Unruhe

    In Thüringen sorgt der Mittelfinger des Ministerpräsidenten für Diskussionen. Ramelow hatte ihn in einer hitzigen Debatte einem AfD-Abgeordneten gezeigt - und diesen darüber hinaus mit einem Schimpfwort belegt.

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    Der Mittelfinger, den Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Linkspartei im Landtag dem AfD-Abgeordneten Stefan Möller gezeigt hat, sorgt für Diskussionen. Thüringens SPD-Landeschef Wolfgang Tiefensee schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, Ramelow habe eine Grenze überschritten.

    "Sie begeben sich auf das Niveau derer, die Sie beleidigt haben", heißt es in dem an Ramelow gerichteten Tweet. Die SPD ist Teil der rot-rot-grünen Landesregierung. Widerspruch erntete Tiefensee unter anderem auch von Juso-Chef Kevin Kühnert. Der thüringische AfD-Landeschef Björn Höcke forderte gar Ramelows Rücktritt.

    Hitzige Landtagsdebatte als Auslöser

    Auslöser der Kontroverse war eine hitzig geführte Debatte im Erfurter Landtag über die Rolle des Verfassungsschutzes und den Umgang mit Akten zum rechtsterroristischen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU).

    Möller nannte den Verfassungsschutz eine "skandalgeneigte Behörde" und spielte auch darauf an, dass Ramelow selbst einmal ins Visier der Verfassungsschützer geraten war: "Wer da schon alles Tolles beobachtet wurde, nicht wahr, Herr Ramelow?" Dieser zeigte Möller daraufhin erbost den Mittelfinger. Tatsächlich war Ramelow jahrelang vom Verfassungsschutz überwacht worden - allerdings stellte das Bundesverfassungsgericht später fest, dass dies verfassungswidrig war.

    Im MDR räumte Ramelow später zudem ein, Möller im Landtag als "widerlichen Drecksack" bezeichnet zu haben. "Es gehört sich nicht, im Parlament so was zu sagen, was ich gesagt habe, aber ich wiederhole es. Herr Möller ist mit dem, was er gerade im Parlament gemacht hat, aus meiner Sicht ein widerlicher Drecksack", sagte der Linkenpolitiker.

    Ramelow reumütig

    Auf Twitter entspann sich derweil eine angeregte Diskussion. Viele User verteidigten Ramelow, andere kritisierten ihn. Bereits kurz nach dem Eklat hatte sich Ramelow reumütig gegeben: "Dem Landtag gebührt mein Respekt als Verfassungsorgan. Den habe ich heute nicht im gebotenen Maße gezeigt. Gleichwohl werde ich meine antifaschistische Grundhaltung niemals von der AfD instrumentalisieren lassen", schrieb der 64-Jährige auf Twitter.

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