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Thrombosespritze
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BR24 Redaktion
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Thrombosespritze

Ärzte sprechen bei der Thrombose von einer "lautlosen Gefahr", denn obwohl die Diagnostik sehr einfach und für den Patienten schmerzlos ist, fällt der Verdacht aufgrund der unspezifischen oder teilweise fehlenden Symptome oft erst spät auf eine Thrombose. Hinzu kommt, dass die Symptome einer Thrombose in der Bevölkerung leider weitgehend unbekannt sind.

Thrombose und Lungenembolie können jeden treffen

Bei einer Thrombose bildet sich in einem Blutgefäß, meist einer Beinvene, ein Gerinnsel, wodurch das Blut nicht mehr ungehindert fließen kann. Schmerzen in der Wade, die leicht als Muskelkater fehlgedeutet werden können, eine Schwellung, Überwärmung und Verfärbung des Beines können Anzeichen einer Thrombose sein. Treten zusätzlich Luftnot und Schwindel auf, kann dies auf eine Lungenembolie hin deuten. Dann hat sich das Gerinnsel gelöst und ist in die Lunge gewandert. In diesem Fall ist schnelles Handeln angesagt: Jede zehnte Lungenembolie endet tödlich!

Reisen mit dem Flugzeug können das Risiko erhöhen

Wer häufig längere Flugreisen unternimmt oder schon einmal nach einer Operation ein paar Nächte im Krankenhaus bleiben musste, hat sich sicherlich bereits mit dem Thema Thrombose beschäftigt. Beide Situationen erhöhen das Risiko einer Thrombose merklich, sind jedoch längst nicht die einzigen möglichen Ursachen.

Aus einer Thrombose kann eine Lungenembolie werden

Tatsache ist: Eine Thrombose kann jeden treffen - und führt im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie. Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 40.000 Menschen an einer Lungenembolie. Das sind mehr Tote als durch Verkehrsunfälle, Brust- und Prostatakrebs und HIV zusammen. Ein Großteil dieser Todesfälle könnte mit der richtigen Diagnose und Behandlung verhindert werden.

Auch Sportler sind gefährdet - Risiko einer Verletzung

Die Wahrscheinlichkeit, an einer Thrombose zu erkranken, steigt mit dem Alter erheblich. Allerdings können bereits Jugendliche und kleine Kinder Thrombosen erleiden. Viele der Risikofaktoren begleiten den Menschen ein Leben lang. So sind es gerade bei jungen Menschen häufig vererbte Blutgerinnungsstörungen oder Sportverletzungen. Bei einer Verletzung am Bein kann es durch den Heilungsprozess zu einer Entzündung kommen, die eine Thrombose befördert.

Kann das Thromboserisiko erheblich steigern: Die Anti-Baby-Pille

Ein weiterer Risikofaktor ist die Veränderung des Hormonhaushaltes im Blut. Hormonelle Verhütung, etwa mit der Anti-Baby-Pille, steigert das Thromboserisiko deutlich. Einen ähnlichen Effekt hat eine Schwangerschaft. Die Thromboembolie ist häufigste Todesursache während der Schwangerschaft.

Die Krankheit fordert viele Opfer - auch Prominente betroffen

Prominente Fälle wie die Profi-Tennisspielerin Serena Williams, die mit 29 Jahren an einer Lungenembolie erkrankte und nur durch eine Not-Operation gerettet werden konnte, zeigen, dass die Krankheit keine Frage des Alters ist. So starb auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Mißfelder im Alter von 35 Jahren an einer Lungenembolie. Nun wurde die Moderatorin Stefanie Tücking im Alter von 56 Jahren Opfer einer Lungenembolie.

Auch eine Operation kann zur Thrombose führen

Gefährlich wird es auch, wenn sich der Blutfluss verlangsamt. Eine plötzliche Immobilität, etwa nach einer Verletzung oder einer Operation, mindert die Leistung der Muskelpumpe, die das Blut durch die Venen pumpt. Das Blut versackt und eine Thrombose entsteht. Besonders beansprucht wird die Muskelpumpe auch bei Menschen mit sehr langen Beinen - eine Risikogruppe, die im Rahmen einer schwedischen Studie näher untersucht wurde.

Wie kann man sich vor Thrombose schützen?

Wie so oft ist ein gesunder Lebensstil die beste Vorsorge: Eine ausgewogene Ernährung und ein ausreichender Flüssigkeitskonsum stärken den Körper und die Blutgefäße. Übergewicht und Tabakkonsum befördern im Gegensatz dazu eher eine Thrombose.

Um die Muskelpumpe im Berufsalltag fit zu halten, gibt es leichte Übungen, die den Blutfluss in den Beinen anregen. Diese sollte man auch während Bus- oder Flugreisen, die länger als vier Stunden dauern, durchführen. Zusätzlich sollten Risikopatienten medizinische Stützstrümpfe tragen, die die Blutfließgeschwindigkeit erhöhen, in bestimmten Fällen wird der Arzt außerdem die Gabe eines Blutgerinnungshemmers verordnen.