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Stiko-Chef Mertens: Kein Grund für frühere Impfung von Lehrern | BR24

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Prof. Dr. Thomas Mertens, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission.

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    Stiko-Chef Mertens: Kein Grund für frühere Impfung von Lehrern

    Der Chef der Ständigen Impfkommission, Prof. Thomas Mertens, sieht keinen Grund, Lehrer bevorzugt zu impfen. Unterdessen denkt der Berliner Senat offenbar schon darüber nach, Lehrer ähnlich wie in Pflegeheimen von mobilen Teams impfen zu lassen.

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    • BR24 Redaktion

    Prof. Thomas Mertens, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), sieht keinen Grund, Lehrer beim Impfen zu bevorzugen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder hatten das Gesundheitsministerium bei ihrer jüngsten Beratung gebeten, eine höhere Priorisierung von Grundschullehrern und Kita-Erzieherinnen zu prüfen.

    Mertens: "Keine Notwendigkeit"

    Die Stiko habe ihre Empfehlung auf die Auswertung internationaler Daten und auch Meldedaten aus Deutschland gegründet, erklärte Mertens der "Rheinischen Post". "Daraus ergibt sich keine Notwendigkeit, die Lehrer jetzt abweichend von der Empfehlung vorzuziehen". Lehrer mit entsprechendem Alter und solche mit besonderen Vorerkrankungen würden ja bereits auf dieser Grundlage priorisiert.

    Entscheidungsträger dürfen von Empfehlungen abweichen

    Allerdings seien die Stiko-Empfehlungen nur "Empfehlungen", betonte Mertens. Die politischen Entscheidungsträger könnten und dürften von dieser Empfehlung abweichen. "Die Begründung für eine geänderte Vorgehensweise muss dann allerdings auch von diesen politischen Entscheidungsträgern kommen", erklärte der Chef der Ständigen Impfkommission weiter.

    Berlin: Mobile Impfteams

    Unterdessen erwägt der Berliner Senat nach Informationen des "Tagesspiegels", Lehrkräfte durch Ärzte vor oder nach dem Unterricht in den Schulen impfen zu lassen, wenn diese wieder geöffnet haben. Darüber beraten Beamte aus Gesundheits- und Bildungsverwaltung derzeit mit den Kassenärzten. Die Abläufe könnten denen in den Berliner Pflegeheimen ähneln, die bereits seit sechs Wochen von mobilen Teams für Impfungen der Bewohner und Mitarbeiter besucht werden.

    Die Verwaltung von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) bestätigte die Pläne am Montag zunächst nicht. Im Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag, der Bund prüfe, ob Lehrkräfte "prioritär" geimpft werden sollten. Der Berliner CDU-Gesundheitsexperte Tim Zeelen begrüßte die Idee für die Impfungen vor Ort und sagte dem "Tagesspiegel": "Lehrkräfte sollen in der Reihenfolge vorgezogen werden - schon weil dadurch mittelfristig die Schulen wieder öffnen können."

    Giffey sieht Chance für frühere Impfung

    Zuvor hatte sich Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) optimistisch gezeigt, dass Kita-Personal und Lehrkräfte an Grundschulen früher als bisher geplant gegen Corona geimpft werden können. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe bei den Beratungen von Bund und Ländern am vergangenen Mittwoch "sehr deutlich" artikuliert, dass sie das begrüßen würde. Sie schließe sich dem an und halte das für einen sehr guten Weg, teilte sie bereits am Donnerstag mit. Es sei sehr gut, dass dieses Signal gesetzt werde.

    Bund und Länder hatten vergangene Woche zunächst vereinbart, zu prüfen, ob Erzieherinnen und Erzieher sowie Grundschullehrer in der "Kategorie zwei mit hoher Priorität" geimpft werden könnten. In der Impfverordnung zählen sie bisher zur Gruppe drei - zusammen mit Über-60-Jährigen. "Immer dann, wenn man sagt, jemand soll höhergestuft werden, muss man gleichzeitig auch sagen: Wer tritt dann ein Stückchen zurück und muss etwas warten", sagte Giffey. Das müsse sehr verantwortungsvoll geschehen.

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