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Thomas de Maizière: "Deutschland hat sich bewährt" | BR24

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Heute vor fünf Jahren machten sich Tausende Flüchtende von Budapest auf - zu Fuß in Richtung Deutschland. Bundesinnenminister war damals der CDU-Politiker Thomas de Maizière. Im Rückblick sagt er: Es war richtig, den Menschen Schutz zu bieten.

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Thomas de Maizière: "Deutschland hat sich bewährt"

Heute vor fünf Jahren machten sich Tausende Flüchtende von Budapest auf - zu Fuß in Richtung Deutschland. Bundesinnenminister war damals der CDU-Politiker Thomas de Maizière. Im Rückblick sagt er: Es war richtig, den Menschen Schutz zu bieten.

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Fünf Jahre nach dem großen Flüchtlingsandrang in Deutschland hat der frühere Bundesinnenminister Thomas de Maizière eine überwiegend positive Bilanz gezogen. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte der CDU-Politiker, die Bewältigung der Herausforderung sei "im internationalen Vergleich gut gelungen". Deutschland habe sich "von seiner besten Seite gezeigt".

Die richtige Entscheidung

Der nächtliche Entschluss der Bundeskanzlerin, die Flüchtlinge ins Land zu lassen, sei "die richtige Entscheidung" gewesen, sagte de Maizière:

"Ich lag in dieser Nacht mit 40 Fieber im Bett. Die Kanzlerin hat mich dann am Morgen angerufen. Am Sonntag hatten wir dann Koalitionsausschuss. Da habe ich mich dann hingeschleppt - und wir haben dort beschlossen, dass das richtig war, dass es aber eine Ausnahmeentscheidung sein sollte." Thomas de Maizière

Wenige Tage später dann die Entscheidung, Grenzkontrollen einzuführen, aber keine Grenzschließungen und keine Zurückweisungen von denen, die Asylantrag stellen: "Das war hoch umstritten. Ich bin verantwortlich für diese Entscheidung. Aber auch im Nachhinein war sie richtig."

De Maizière bekannte, in diesen Tagen selber "hin- und hergerissen" gewesen zu sein: Auf der einen Seite angesichts der Flüchtlingsnot "das Gefühl, da muss man doch helfen" - auf der anderen Seite der Druck, der durch straffällig gewordene Geflüchtete oder die Vorgänge in der Kölner Silvesternacht entstanden sei.

"Es war ein großes Hin und Her der Gefühle". Thomas de Maizière

Als "gewaltiges Problem" bezeichnete der frühere Innenminister die anfänglichen Mängel bei der Registrierung von Flüchtlingen, die auch zu Mehrfachbezug von Staatshilfen geführt hätten. "Wir haben das aber schnell geändert."

"Alles in allem hat sich Deutschland in dieser Krise bewährt. Deutschland hat sich von seiner besten Seite gezeigt. Die Ordnungskomponente kam etwas später nach." Thomas de Maizière

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