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Thomas-Cook-Kunden: Volle Erstattung wird es wohl nicht geben | BR24

© Rick Findler/dpa

Check-in-Schalter des Reiseveranstalters Thomas Cook am Londoner Flughafen Gatwick.

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Thomas-Cook-Kunden: Volle Erstattung wird es wohl nicht geben

Viele Thomas-Cook-Kunden sind inzwischen aus dem Urlaub zurück - Tausende konnten ihre Reise gar nicht erst antreten. Und alle treibt die Frage um, ob die Versicherung Geld zurückerstatten wird. Doch von der kommen schlechte Nachrichten.

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Angedeutet worden war es bereits - jetzt verdichten sich die Hinweise, dass Pauschalurlauber, die eigentlich mit Thomas Cook reisen wollten, nach der Insolvenz des Reiseveranstalters ihren Reisepreis nicht vollständig zurückerhalten werden. Die Zurich Versicherung springt im Fall von Thomas Cook mit einer Summe von bis zu 110 Millionen Euro ein. "Sie können davon ausgehen, das dies bei weitem nicht reicht", sagte jetzt Sprecher Bernd Engelien.

Rückholaktion bis Anfang kommender Woche abgeschlossen

Engelien erläuterte das Verfahren, wie die Erstattungen an diejenigen ausgezahlt werden, die vom Reisestopp bis zum 31. Oktober betroffen sind: Zunächst müssten Hotelrechnungen und Rückflüge für Pauschalurlauber bezahlt werden, die beim Insolvenzantrag schon unterwegs waren. Die Höhe dieser Summe sei noch nicht klar. Von den 140.000 betroffenen Urlaubern seien bis Montagabend alle bis auf 17.000 in ihre Heimat zurückgebracht worden. Bis Anfang kommender Woche solle die Rückholaktion abgeschlossen sein. Zurich gehe davon aus, dass dann nur noch 3000 Leute, teils Langzeiturlauber, im Ausland seien.

Alle Reisen bis zum 31. Oktober abgesagt

Grundsätzlich würden die Ersatzansprüche der versicherten Summe gegenübergestellt und quotiert, erklärte Engelien. Wenn die Schadenssumme beispielsweise doppelt so hoch ist wie die versicherte Summe, würden die Ansprüche nur zur Hälfte gedeckt. Bislang sei aber noch nicht klar, wie hoch Schadenssumme und Erstattungsquote seien. Doch aus diesem Topf werden auch Kunden bezahlt, die beim Insolvenzantrag noch nicht unterwegs waren. Ebenso von der Quotierung betroffen seien Kunden, deren Reise abgebrochen werden musste oder die Doppelzahlungen geleistet haben. Thomas Cook hatte alle Reisen bis 31. Oktober abgesagt, auch wenn sie schon angezahlt oder voll bezahlt waren.

Ob Kunden, die ab dem 1. November gebucht haben, Geld verlieren, hängt davon ab, ob die Reisen durchgeführt werden - möglicherweise auch von einem anderen Veranstalter.

Die deutsche Thomas Cook, zu der unter anderem Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen gehören, war in den Sog der Pleite der britischen Mutter geraten. Drei deutsche Thomas-Cook-Gesellschaften stellten vergangene Woche Insolvenzantrag.

© BR

Nach der Thomas-Cook-Pleite haben Urlauber zum Teil Schlimmes erlebt. Viele Touristen saßen in der vergangenen Woche in der Dominikanischen Republik fest.