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Testpflicht soll für Corona-Geimpfte weitgehend entfallen | BR24

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Wer den vollen Corona-Impfschutz hat, könnte künftig bei Reisen auf den Corona-Test verzichten.

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Testpflicht soll für Corona-Geimpfte weitgehend entfallen

Die Diskussion um Privilegien für Geimpfte nimmt Fahrt auf: Wer den vollen Corona-Impfschutz hat, soll wohl bald im Alltag und bei Reisen weitgehend auf Corona-Tests verzichten können. So empfiehlt es laut dpa das Bundesgesundheitsministerium.

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  • BR24 Redaktion

Personen mit vollständigem Impfschutz könnten so behandelt werden wie Menschen, die über ein tagesaktuell negatives Testergebnis verfügten: So heißt es in dem Empfehlungsschreiben des Bundesgesundheitsministeriums, das der Nachrichtenagentur dpa nach eigenen Angaben vorliegt. Der Vorschlag soll bei der Ministerpräsidentenkonferenz kommende Woche besprochen werden. Den Gesundheitsministern und -ministerinnen der Länder liege er bereits vor.

Reisen ohne Corona-Test

Den Empfehlungen zufolge soll bei Flugreisen aus dem Ausland alternativ zum derzeit verlangten negativen Testergebnis auch ein Nachweis vorgelegt werden können, dass man mindestens 14 Tage vorher die Gabe der zweiten Impfdosis mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff erhalten hat. Auch bei Reisen aus Risiko- oder Hochinzidenzgebieten soll die Testpflicht entfallen.

Ausnahme: Einreise aus Virusvariantengebieten

Bei der Einreise aus Virusvariantengebieten soll es hingegen bei der Testpflicht bleiben, da bei manchen Varianten der Impfschutz kleiner ist.

Landesregelungen zum Öffnen einzelner Bereiche des öffentlichen Lebens in Regionen mit niedrigen Inzidenzen sollten alternativ zum geforderten tagesaktuellen negativen Test auch den Nachweis einer Zweitimpfung vorsehen, heißt es in den Empfehlungen weiter.

Keine Quarantäne für Geimpfte

Wer vollen Impfschutz hat, solle zudem von Quarantänemaßnahmen ausgenommen werden, außer bei Krankheitssymptomen. Das Robert Koch-Institut werde seine Quarantäne-Empfehlungen bis zum Ende der Woche anpassen, heißt es in dem Papier des Gesundheitsministeriums.

Für geimpfte Patientinnen und Patienten in Kliniken und Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen allerdings soll es keine Ausnahmen von der Quarantänepflicht geben, "um Restrisiken einer Weitergabe von Infektionen in diesen sensiblen Bereichen zu minimieren", zitiert die dpa aus der Beschlussvorlage.

AHA-Regel bleibt bestehen

"Die Impfung oder der tagesaktuelle Test geben zusätzliche, aber keine hundertprozentige Sicherheit", heißt es in der Empfehlung des Bundes an die Länder. Auch wenn bei negativ Getesteten und vollständig Geimpften von einem "deutlich reduzierten Ansteckungsrisiko" auszugehen sei, müssten auch sie weiterhin die Corona-Hygiene-Regeln beachten: Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen.

Entscheidung zu Zweitimpfungen von Ministern vertagt

Was den vollen Impfschutz anbelangt, wurde zwischenzeitlich durch die Gesundheitsminister von Bund und Ländern eine Entscheidung vertagt, wie mit Zweitimpfungen von Menschen umgegangen werden soll, die bereits einmal mit dem Präparat von Astrazeneca geimpft wurden. Wie das bayerische Gesundheitsministerium mitteilte, solle es am Dienstag neue Beratungen gemeinsam mit der Ständigen Impfkommission (Stiko) geben. Die Stiko hatte empfohlen, auch bei einer bereits erfolgten Erstimpfung mit Astrazeneca für die Zweitimpfung andere Impfstoffe zu verwenden, nämlich die von Biontech/Pfizer oder Moderna. Alternativ war in der Diskussion, im Einzelfall eine Zweitimpfung mit Astrazeneca in Arztpraxen zu ermöglichen. Hintergrund des Debatte sind seltene Fälle von Hirnthrombosen vor allem bei jüngeren Frauen.

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In Deutschland erhalten nur noch Menschen über 60 den Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca. Der Impfstoff war heute auch Thema bei den Gesundheitsministern von Bund und Ländern.

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