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Verdacht gegen mutmaßliche Terroristen erhärtet sich nicht | BR24

© Moritz Börner/ARD

Terrorverdacht in Ulm und mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen: Bei einem Großeinsatz hat die Polizei elf mutmaßliche Islamisten festgenommen - und wieder freigelassen. Ermittler prüfen aber Verbindungen zur Terrormiliz IS.

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Verdacht gegen mutmaßliche Terroristen erhärtet sich nicht

Terrorverdacht in Ulm und mehreren Städten in Nordrhein-Westfalen: Bei einem Großeinsatz hat die Polizei elf mutmaßliche Islamisten festgenommen - und wieder freigelassen. Ermittler prüfen aber Verbindungen zur Terrormiliz IS.

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Die Polizei hat in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen elf mutmaßliche Islamisten wegen Terrorverdachts festgenommen. Ermittelt werde wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf am Samstag. Zuvor hatten die Bild-Zeitung und die Rheinische Post darüber berichtet.

SEK-Einheit auf der Suche nach Sprengstoffdepots

Spezialeinheiten des Sondereinsatzkommandos waren unter anderem in Düsseldorf, Essen und im baden-württembergischen Ulm im Einsatz. In Essen und Ulm durchsuchten die Beamten mehrere Wohnungen - auch nach Sprengstoffdepots, weil nicht auszuschließen war, dass dort explosive Stoffe lagerten.

In Düsseldorf erfolgte der Zugriff am Rheinufer. Die Maßnahmen hätten gestern begonnen und bis heute Morgen gedauert.

Staatsanwaltschaft prüft Verbindung zum IS

Einige Verdächtige seien inzwischen wieder auf freiem Fuß, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Bei den weiteren mutmaßlichen Islamisten sei die Freilassung angeordnet worden. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte bereits zuvor betont, dass es keine Hinweise auf konkrete Ziele oder eine konkrete Tat gebe.

Bei den Durchsuchungen habe man "keinen Sprengstoff und keine Waffen" finden können. Dies sei der Verdacht gewesen. Die Polizei prüft allerdings weiter, ob es Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gibt. "Wir vermuten, dass es eine Splittergruppe des IS oder Sympathisanten sind", sagte ein Sprecher.

Dringender Tatverdacht besteht weiterhin

Dass kein Haftbefehl beantragt werde, bedeute, dass kein dringender Tatverdacht bestehe, erklärte der Sprecher weiter. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte am Samstagvormittag zunächst von zehn Verdächtigen gesprochen. Am Mittag korrigierte der Sprecher diese Zahl auf elf.

Einer der Verdächtigen sei Tadschike - über die Nationalität der anderen Verdächtigen wurde zunächst nichts bekannt. Teile von Tadschikistan, das nördlich von Afghanistan liegt, gelten als Krisengebiet. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in den Grenzbezirk Ischkaschim wegen drohender Kampfhandlungen dringend ab. 2018 töteten IS-Terroristen Touristen in dem Land.

Kein Zusammenhang mit dem Fußgänger-Anschlag in Essen

Die Irrfahrt eines 19-jährigen Tadschiken in der Essener Innenstadt am Freitag war der Anlass für den Anti-Terror-Einsatz in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. "Da hatte man die Befürchtung, dass das vielleicht der Auftakt ist für mehrere Anschlagsszenarien", sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf. Die Ermittler konnten jedoch keinen Zusammenhang feststellen.

Der junge Mann war am Morgen mit seinem Wagen mit erhöhter Geschwindigkeit unterwegs, Zeugen zufolge auch in einer Fußgängerzone. Ein Spezialeinsatzkommando nahm den Mann schließlich fest - sein Auto hatte er da schon geparkt. Ein Zeuge hatte das Auto entdeckt und die Polizei alarmiert.

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  • Nadja Stempel
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