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Gesundbrunnen-Center in Berlin
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Gesundbrunnen-Center in Berlin

Der Attentäter vom Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri, wollte offenbar gemeinsam mit weiteren Islamisten einen Sprengstoffanschlag auf das Berliner Einkaufszentrum Gesundbrunnen-Center verüben. Das geht aus Ermittlungsakten hervor, die das ARD-Magazin "Monitor", der rbb und die "Berliner Morgenpost" einsehen konnten.

Sprengstoff besorgt

Demnach sollen sich zwei mit Amri mutmaßlich befreundete Islamisten spätestens im Jahr 2016 Sprengstoff für einen Anschlag beschafft haben. Das Material wurde nach Angaben des Generalbundesanwalts in der Wohnung eines im August 2018 festgenommenen russischen Islamisten gelagert. Sein Komplize, ein im April 2017 in Marseille festgenommener Islamist, soll zur Vorbereitung des Anschlags im sozialen Netzwerk Instagram neben Dschihadisten-Propaganda ein Foto des Gesundbrunnen-Centers eingestellt haben. Der Generalbundesanwalt wertet dies laut den Dokumenten als Hinweis auf ein mögliches Anschlagsziel.

Islamisten zufällig aufgeschreckt

Zugang zu diesem Konto hatte auch Anis Amri. Er soll sich zudem einen Tag, nachdem das Foto bei Instagram eingestellt wurde, im Gesundbrunnen-Center aufgehalten haben. Das ergeben Standort-Daten seines Handys. Das Trio setzte seine Anschlagspläne vermutlich deswegen nicht um, weil die Berliner Polizei im Rahmen einer Überwachung eines der drei Islamisten eine Personenüberprüfung durchführen wollte. Das habe die drei Islamisten aufgeschreckt und sie dazu bewogen, von den Anschlagsplänen abzurücken. Die Polizei selbst kannte die Pläne zu diesem Zeitpunkt nicht.