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Terror-Ankündigung: BND besitzt bislang unbekanntes Amri-Video | BR24

© pa/dpa/Stefan Jaitner

BND besitzt bislang unbekanntes Amri-Video

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    Terror-Ankündigung: BND besitzt bislang unbekanntes Amri-Video

    Dem Bundesnachrichtendienst (BND) liegt nach Medienberichten ein bislang unbekanntes Video des Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäters Anis Amri vor, in dem dieser vor seiner Tat mit der Waffe in der Hand mit Anschlägen drohte.

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    Der Breitscheidplatz-Attentäter Anis Amri soll einige Wochen vor dem Anschlag ein bisher unbekanntes Video gedreht haben. Die elf Sekunden lange Aufnahme soll im November 2016 entstanden sein, Wochen vor dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche vom 19. Dezember 2016.

    Video zeigt Amri, wie er mit der Waffe in der Hand mit Anschlägen droht

    Amri droht darin mit Attentaten und hält eine Waffe in der Hand - nach Einschätzung des Bundesnachrichtendienstes ist es die Pistole, mit der er im Dezember 2016 einen polnischen Lkw-Fahrer erschoss, um dessen Sattelschlepper für den Anschlag zu benutzen.

    Nach Recherchen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung war das Video nicht auf Amris Handy. Der Bundesnachrichtendienst soll es von einem ausländischen Geheimdienst bekommen haben.

    Aufnahme unter Verschluss gehalten

    Wie Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR am Mittwochabend berichteten, soll der Auslandsgeheimdienst die Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) zwar im März 2017 über die Existenz der Aufnahme informiert, sich aber zugleich geweigert haben, das wohl mit einem Handy aufgenommene Video zu den Ermittlungsakten zu geben. Auch die Untersuchungsausschüsse des Bundestags und verschiedener Landesparlamente, die an der Aufklärung des Falls arbeiten, hätten es offenbar nicht gezeigt bekommen, hieß es.

    Nicht als gefährlich eingeschätzt

    Hinweise, dass deutsche Behörden das Video schon vor dem Anschlag kannten, gibt es nicht. Der BND wollte sich nicht näher dazu äußern. Zum Zeitpunkt der Aufnahme galt der zeitweise beobachtete Amri den Sicherheitsbehörden nicht mehr als akut gefährlich. Er verkehrte dann zunehmend im Drogenmilieu und besuchte nur noch unregelmäßig die Moschee.

    Kritik an der Arbeit des BND

    Der FDP-Obmann im Untersuchungsausschuss des Bundestags, Benjamin Strasser, forderte Aufklärung. "Der BND muss erklären, wann er dieses Video erhalten hat. Aber auch dann bleibt die Frage im Raum, warum die Sicherheitsbehörden und die Bundesregierung die Aufklärungsarbeit des Untersuchungsausschusses ständig blockieren und torpedieren."

    Bislang war bekannt, dass Amri vor der Tat in Berlin ein Bekennervideo aufgenommen hatte, in dem er der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Treue schwor und ein Attentat ankündigte. Dieses Video hatte der IS nach der Tat im Internet veröffentlicht.