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"taz"-Kolumnistin braucht nach Satire-Text Polizeischutz | BR24

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    "taz"-Kolumnistin braucht nach Satire-Text Polizeischutz

    Die Autorin der umstrittenen "taz"-Kolumne über die Polizei wird einem "Focus"-Bericht zufolge massiv bedroht. Die "taz"Chefredaktion bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur epd, dass man deswegen Kontakt zur Berliner Polizei aufgenommen habe.

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    Wegen ihrer Kolumne "All cops are berufsunfähig" wird eine "taz"-Autorin massiv bedroht. Das schreibt das Nachrichten-Magazin "Focus" in einem Bericht. Die Chefredaktion der "tageszeitung" bestätigte dem Evangelischen Pressedienst (epd), dass Justiziariat und Redaktionsleitung Kontakt zur Berliner Polizei aufgenommen hätten. Laut "Focus" wurde um Hilfe für die bedrängte Journalistin gebeten.

    Ihr Text war von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) scharf kritisiert worden. Es sei "unsäglich" gewesen, so Seehofer, dass der Artikel die Frage aufgeworfen habe, wo Polizisten arbeiten könnten, wenn die Polizei abgeschafft würde - mit der Schlussfolgerung, dass "die Mülldeponie" eine geeignete Option sei. Gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" hat Seehofer an diesem Wochenende seine Kritik gerechtfertigt. Ziel sei es gewesen, "eine öffentliche Debatte" in Gang zu setzen.

    Polizei schützt Autorin und TAZ-Redaktion

    Laut "Focus" und Informationen aus Berliner Polizeikreisen seien zahlreiche Telefonate und E-Mails in der "taz"-Redaktion eingegangen, von denen einige als direkte Gefährdung für das körperliche Wohl der Autorin eingestuft werden könnten. Als Konsequenz kümmern sich nun Beamte eines benachbarten Polizeiabschnitts um die Sicherheit der Redaktion.

    Nach Auffassung des Bundesinnenministers habe die Meinungs- und Pressefreiheit auch in der Demokratie ihre Grenzen. Niemand habe das Recht, andere Menschen, egal welcher Gruppe sie angehörten, mit menschenverachtender Sprache herabzusetzen. Er bleibe bei seiner Überzeugung, dass Straftatbestände durch den von ihm kritisierten Artikel erfüllt seien, betonte der Minister. Dies zu prüfen, liege jetzt in der Hand der Ermittlungsbehörden. Bei der Staatsanwaltschaft Berlin gingen zahlreiche Anzeigen zu der Kolumne ein. Der Deutsche Presserat leitete ein Verfahren wegen des Textes ein.

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