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Klimaprotest: Tausende demonstrieren gegen IAA in Frankfurt | BR24

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Vor den Toren der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt haben am Samstag Tausende Menschen für eine klimafreundliche Verkehrswende demonstriert. Die Veranstalter sprachen von rund 25 000 Teilnehmern an einer Kundgebung am Messegelände.

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Klimaprotest: Tausende demonstrieren gegen IAA in Frankfurt

Vor den Toren der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt haben Tausende für eine klimaschonende Verkehrswende demonstriert. Die Veranstalter sprechen von 25.000 Teilnehmern, die Polizei von 15.000. Die meisten kamen mit dem Rad.

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Ob aus Wiesbaden, Gießen oder aus Mannheim: Auf 13 Routen machten sich Demonstranten am Samstag Morgen mit dem Rad nach Frankfurt auf den Weg. Dort startete um 11.30 Uhr an der Hauptwache auch ein Fußmarsch. Teilnehmer hielten Schilder mit der Aufschrift "Verkehrswende jetzt", "Dicke Autos = Dicke Luft" oder "Autokonzerne entmachten" hoch.

Polizei spricht von friedlichen Protesten

Gemeinsames Ziel von Sternfahrt und Demonstrationszug: die Automesse IAA. Vor dem Messegelände wollen die Teilnehmer gegen die Autoindustrie und für eine nachhaltige, klimaschonende Mobilität protestieren. Anlass ist der erste Publikumstag der Messe. Die Polizei berichtete von einer friedlichen Stimmung.

Über die Zahl der Teilnehmer gab es stark von einander abweichende Zahlen. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz als Mitveranstalter sprach von 25.000 Teilnehmern: 7.000 Fußgängern und 18.000 Radfahrern, denen das sonnige Wetter entgegenkam. Die Polizei nannte mit insgesamt 15.000 Teilnehmer eine deutlich geringere Zahl.

Ermittlungen nach Protest am Eröffnungstag

Für 22 Greenpeace-Aktivisten hatte eine Protestaktion am Eröffnungstag in den Messehallen der IAA schon Folgen: Autohersteller erstatteten Strafanzeige, weil die Demonstranten am Donnerstag während des Messe-Rundgangs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf ausgestellte Autos geklettert waren und Plakate mit dem Wort "Klimakiller" hochhielten.

Es gehe um den Vorwurf des Landfriedensbruchs und der Sachbeschädigung, sagte ein Sprecher der Frankfurter Polizei am Freitag.

© dpa-Bildfunk / Uwe Anspach

Greenpeace-Protest während Kanzlerin Merkel zu Besuch auf der IAA 2019 ist.

Autobahnen wegen Fahrrad-Korso kurzzeitig gesperrt

Klimaschutz- und Umweltgruppen haben sich zum Bündnis #aussteigen zusammengeschlossen. Sie werfen der Autoindustrie vor, den Wandel zu emissionsfreier Elektromobilität nicht entschlossen genug voranzutreiben und unter anderem weiter auf klimaschädliche SUVs zu setzen. Anstelle dessen müsse es Vorrang für Rad- und Fußverkehr sowie Bus und Bahn geben, fordern sie.

Wegen der Demonstrationen kommt es in Frankfurt zu Problemen im Straßenverkehr. Es bildeten sich zum Teil lange Staus. Einschränkungen gibt es auch im öffentlichen Nahverkehr rund um die Friedrich-Ebert-Anlage am Messegelände.

Zugunsten der Radfahrer wurden außerdem zwei Autobahnabschnitte gesperrt: im Osten die A 661 ab Offenbach-Taunusring in Richtung Eissporthalle sowie im Westen den zum Messegelände führenden Teil der A 648.

Die Fahrrad-Korsos sorgen auch auf Bundes- und Landstraßen für Verkehrsbehinderungen.

Forderung: Aus IAA soll Mobilitätsausstellung werden

Die Demonstranten fordern ein Umdenken in der Autobranche, weg von "Spritfressern" hin zur Elektromobilität. Zudem halten sie Tempo-Limits für sinnvoll. Als Affront gegen Autofahrer sieht Organisator Werner Buthe die Großdemo nicht. Es geht ihm um eine Mobilisierung der Öffentlichkeit.

Sein Ziel: Statt einer Automobil-Schau eine Internationale-Mobilitätsausstellung schaffen, auf der Fußgänger, Radverkehr, Kraftfahrzeuge und ÖPNV gleichermaßen präsent sind und in Kontakt treten, wie er dem Hessischen Rundfunk sagte.

Zugang zur Messe soll blockiert werden

Am Sonntag will ein Bündnis namens "Sand im Getriebe“, zu dem die Gruppierungen attac, Climate Justice Frankfurt und Critical Mass Mainz gehören, den Zugang zur Messe versperren. "Wir setzen uns vor die Eingänge und blockieren die Klima- und Umweltzerstörer da, wo sie uns als Statussymbole präsentiert werden sollen", heißt es in ihrem Aufruf. Angemeldet sind Mahnwachen und Demonstrationen vor dem Messeeingang mit einigen hundert Teilnehmern.

Polizei geht von friedlichen Protesten aus

Hinweise auf geplante gewaltsame Aktionen lägen der Polizei nicht vor, erklärte IAA-Einsatzleiter Thomas Seidel in Frankfurt. "Wir erwarten einen friedlichen Ablauf.“ Man sei aber auch auf mögliche Zwischenfälle eingestellt. Die Einsatzkräfte würden reagieren, falls Aktivisten sich oder andere in Gefahr brächten.

© BR

Fahrrad-Sternfahrt und Fußmarsch: In Frankfurt hat der Protest gegen die Internationale Automobil-Ausstellung begonnen. 20.000 Menschen werden erwartet.