© dpa-Bildfunk/Christophe Gateau

Demonstration für dem Hambacher Forst

Laut den Organisatoren haben sich sogar bis zu 9.000 Menschen an dem Protestzug rund um den Hambacher Forst beteiligt. Gegner des Braunkohlebergbaus erschienen unter anderem mit Protestschildern wie "Stoppt die Klimaverbrecher". Sie skandierten Parolen wie: "Wir sind mehr!" oder "Hambi bleibt!"

Mehrere Demonstranten hatten junge Bäume dabei, die sie in bereits gerodetem Gebiet pflanzen wollten. Den Wald selbst sperrte die Polizei mit einer langen Kette von Streifenwagen und Beamten für die Demonstranten ab.

"Der breite, bunte und friedliche Protest unterstreicht, dass der Hambacher Forst zum Symbol eines sozialen Konflikts um Klimaschutz in unserem Land geworden ist." Martin Kaiser, Greenpeace-Geschäftsführer

Bis die Arbeit der Kohlekommission abgeschlossen sei, dürfe weder gerodet noch geräumt werden, forderte er. Die Kommission soll bis Jahresende einen Plan zum Kohleausstieg vorlegen. Vielleicht sei die Rodung des Hambacher Forstes dann gar nicht mehr nötig.

Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038?

Nach einem Bericht des "Spiegel" nennt der Co-Vorsitzende der Kommission, Ronald Profalla, als Datum für den Ausstieg aus der Braunkohle den Zeitraum zwischen 2035 und 2038. Dafür gab es auch Kritik innerhalb der Kommission. Nach Aussagen von mehreren Mitgliedern stellen Vorfestlegungen die Arbeit der Kommission in Frage.

200 Demonstranten durchbrechen die Polizeisperren

Ganz gewaltfrei blieb der Protest nicht: Aus dem Wald riefen die Besetzer den Demonstranten zu: "Wir sind mehr als die Polizei!" und forderten sie dazu auf, die Sperren zu durchbrechen und sich ihrem Protest im Wald anzuschließen. 200 Demonstranten gelang der Durchbruch dann auch. Auch zu Rangeleien mit der Polizei kam es.

Weitere Besetzer aus Baumhäusern geholt

Unterdessen ging die Polizei innerhalb des Hambacher Forstes weiter gegen Besetzer vor. Es seien 18 von 50 Baumhäusern von Besetzern befreit, aber noch nicht alle abgerissen worden, sagte ein Polizeisprecher. Ein weiteres Baumhaus mit zwölf Aktivisten sei zum großen Teil geräumt worden. Die Aktivisten hätten sich dort unter anderem mit Bügelschlössern angekettet. Bis auf zwei Demonstranten seien alle aber befreit und bis Sonntagnachmittag auf den Boden gebracht worden.

Dem Polizeisprecher zufolge verlief die Räumungsaktion im Wald am Sonntag gewaltfrei. Es sei lediglich zum passiven Widerstand gekommen, Aktivisten hätten sich festgehalten oder den Anweisungen der Polizei widersetzt.

Rodung für Braunkohleabbau in vier Wochen geplant

Der Hambacher Forst war in den vergangenen Monaten zum Symbol für den Kampf von Umweltschützern gegen die Kohleverstromung geworden. Ein Teil des zwischen Aachen und Köln gelegenen Waldgebiets ist seit geraumer Zeit von Klimaaktivisten besetzt. Der Energiekonzern RWE will ab Mitte Oktober einen weiteren Teil des drei Kilometer breiten Waldes roden, um seinen angrenzenden Braunkohletagebau zu erweitern.