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Archiv: Ein Demonstrantin hält in der Wiesbadener Innenstadt ein Plakat mit der Aufschrift "Solidarität mit den Betroffenen des NSU 2.0"

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    Tatverdächtiger im Fall der "NSU 2.0"-Drohschreiben verhaftet

    Im Fall der mit "NSU 2.0" gezeichneten Drohschreiben meldet die Polizei einen Ermittlungserfolg. In Berlin wurde ein 53-jähriger Mann unter dem dringenden Verdacht verhaftet, seit 2018 die Faxe und Mails mit Todesdrohungen verschickt zu haben.

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    • BR24 Redaktion

    Im Fall der Drohbriefserie "NSU 2.0" ist ein Verdächtiger gefasst. Wie das Hessische Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main mitteilten, wurde ein 53-Jähriger bei einer Hausdurchsuchung in Berlin verhaftet.

    Adressaten der Schreiben waren neben anderen die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz, die Linken-Politikerin Janine Wissler und die Kabarettistin Idil Baydar. Persönliche Informationen über die drei Frauen waren zuvor von Polizeicomputern in Frankfurt am Main und Wiesbaden abgerufen worden. Der am Montag in Berlin festgenommene Verdächtige sei aber zu keinem Zeitpunkt Bediensteter einer hessischen oder sonstigen Polizeibehörde gewesen, heißt es in der Mitteilung.

    Verdächtiger bereits wegen anderer Straftaten verurteilt

    Es handele sich um einen Erwerbslosen deutscher Staatsangehörigkeit, der bereits in der Vergangenheit wegen zahlreicher Straftaten rechtskräftig verurteilt worden war, darunter auch rechtsmotivierte. Das LKA Hessen habe am Montag seine Wohnung durchsucht und den Mann aufgrund eines Haftbefehls des Amtsgerichts Frankfurt festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, seit August 2018 die mit "NSU 2.0" gezeichneten Schreiben mit volksverhetzenden, beleidigenden und drohenden Inhalten überwiegend an Personen des öffentlichen Lebens verschickt zu haben.

    Fast zweijährige Suche nach dem Täter

    Nach dem Urheber der Mails und Faxe war seit fast zwei Jahren intensiv gesucht worden. Trotz der Einsetzung eines Sonderermittlers war ihm die Polizei aber lange nicht auf die Spur gekommen, da er sich Verschleierungstechniken auch mit Hilfe des Darknets bedient haben soll. "Sehr aufwendige und zeitintensive gemeinsame Ermittlungsmaßnahmen" der Staatsanwaltschaft und des hessischen Landeskriminalamtes haben den Angaben zufolge zur Identifizierung des Beschuldigten geführt.

    Die Auswertung der bei der Durchsuchung sichergestellten Datenträger sowie die weiteren Ermittlungen dauerten an. Sie würden unter anderem auch wegen des Verdachts der Volksverhetzung, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, der Bedrohung sowie der Beleidigung geführt.

    Hessischer Innenminister Beuth: "herausragender Ermittlungserfolg"

    Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) erklärte in Wiesbaden: "Sollte sich der dringende Tatverdacht gegen den 53-jährigen Berliner bestätigen, ist das ein ganz herausragender Ermittlungserfolg der hessischen Strafverfolgungsbehörden." Das Team um den polizeilichen Sonderermittler Hanspeter Mener habe zehn Monate lang nichts unversucht gelassen, um den mutmaßlichen Täter aus der Anonymität des Darknets zu reißen. "Die jahrelangen widerlichen Drohungen und Einschüchterungen gegen Personen des öffentlichen Lebens können nun in einem rechtsstaatlichen Verfahren geahndet werden", fügte Beuth hinzu.

    Wenn sich der Verdacht bewahrheite, könnten Dutzende unschuldige Opfer sowie die gesamte hessische Polizei aufatmen. Die Drohschreiben hatten einen schweren Verdacht auf die Polizei gelenkt. Aber "nach allem was wir heute wissen, war nie ein hessischer Polizist für die 'NSU 2.0'-Drohmailserie verantwortlich", erklärte der Minister. Die Terrorgruppe NSU, auf die mit der Bezeichnung "NSU 2.0" Bezug genommen wurde, soll in den Jahren 2000 bis 2007 insgesamt zehn Menschen ermordet haben.

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