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Sänger Heino

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"Tatort" empört Volksmusikanten

Ein Mord im Volksmusik-Milieu, Risse in der heilen Schlagerwelt: Der neue Sachsen-"Tatort" über schwule Volksmusiker hat Sänger Heino und einige seinen Kollegen verärgert. Sie fühlen sich verhöhnt.

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"Das Drehbuch kann nur ein Mann geschrieben haben, der von banalen Vorurteilen gegenüber Volksmusik geprägt ist und sich nie wirklich mit uns beschäftigt hat", sagte Musiker Heino der "Bild"-Zeitung. "Dieser 'Tatort' war überflüssig und verhöhnt nicht nur meine Kollegen, sondern auch unsere vielen Fans."

Das Schunkel-Duo Marianne und Michael schimpfte: "Den 'Tatort'-Machern ist nichts Besseres eingefallen, als unsere Branche gehörig durch den Dreck zu ziehen."

"Dumme Szenen"

Kritik kam auch von Schlagersänger Patrick Lindner: "Ich halte es für gefährlich, einen 'Tatort' so aufzuziehen. Ich glaube nicht, dass ein Sänger, egal welchen Genres, heute noch verheimlichen muss, ober er Frauen oder Männer liebt." 

Und Christian Schild, Sänger der Volksmusik-Band Voxxclub, beklagte, in dem Krimi werde Homosexualität in der Volksmusik als riesiges Problem dargestellt. "Ich selbst habe mich zum Schwulsein bekannt und keine negative Reaktion bekommen. Wenn ich solche dummen Szenen sehe, könnte ich im Strahl kotzen."

9,55 Millionen Zuschauer

Drehbuchautor Ralf Husmann ("Stromberg") hatte sich für seinen ersten "Tatort" die Volksmusik-Szene und Schlagerwelt ausgesucht, weil sie neben dem Profifußball "eine der wenigen Arenen" sei, "wo Schwulsein immer noch ein Thema ist". 

In dem gestern ausgestrahlten ARD-Krimi "Auf einen Schlag" klären die Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Henni Sieland (Alwara Höfels) einen Mord in der Welt der Volksmusik auf: Ein Star der Szene musste sterben, weil er sich als homosexuell outen wollte. 

Für die ARD war der neue Dresden-"Tatort" ein Erfolg: 9,55 Millionen Zuschauer sahen den Krimi "Auf einen Schlag"

© pa/dpa/Andreas Wünschirs/MDR

Szene aus dem Sachsen-"Tatort"