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Tote in Hanau: Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen | BR24

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Nach den tödlichen Schüssen in der hessischen Stadt Hanau mit insgesamt elf Toten hat die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Der Täter soll aus einem rassistischen Motiv gehandelt haben.

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Tote in Hanau: Generalbundesanwalt übernimmt Ermittlungen

Nach Gewalttaten in der hessischen Stadt Hanau mit insgesamt elf Toten hat die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Es gebe Indizien, die auf einen rechtsextremistischen Hintergrund deuten, teilt die Behörde mit.

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Nach den Gewalttaten mit elf Toten in Hanau hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernommen. Es gebe Indizien, die auf einen rechtsextremistischen Hintergrund deuten, teilt die Behörde mit.

In der hessischen Stadt waren am Mittwochabend neun Menschen an zwei verschiedenen Orten erschossen worden. Die ersten Schüsse fielen gegen 22 Uhr. Stunden nach dem Verbrechen entdeckte die Polizei den mutmaßlichen Täter tot in seiner Wohnung. Dort fanden Spezialkräfte auch noch eine weitere tote Person. "Aktuell gibt es keine Hinweise auf weitere Täter", berichtete die Polizei am frühen Donnerstagmorgen auf Twitter.

Tatorte: Zwei Shisha-Bars

Zunächst war eine Bar in der Innenstadt angegriffen worden, dort wurden drei Menschen getötet. Danach seien der oder die Täter in den Stadtteil Kesselstadt weitergefahren, teilte die Polizei mit. Dort sind dann in einer anderen Shisha-Bar fünf Menschen erschossen worden. Schüsse fielen demnach am Heumarkt im Zentrum der Kleinstadt bei Frankfurt am Main sowie in Kesselstadt.

Fahndung mit Großaufgebot und Hubschrauber

Die Polizei fahndete mit einem Großaufgebot nach dem Täter oder den Tätern. Dabei kam es natürlich auch zu vielen Kontrollen, sagte der Polizeisprecher mit Blick auf Spekulationen über Festnahmen. Er könne eine Festnahme im Zusammenhang mit den Taten aber nicht bestätigen. Die Polizei setzte dem Sprecher zufolge bei der Fahndung auch Hubschrauber ein.

Bayerische Polizisten als Unterstützung für hessische Kollegen

Bei der Fahndung nach dem mutmaßlichen Täter in Hanau haben bayerische Polizisten ihre hessischen Kollegen unterstützt. Wie bei größeren Fahndungen an der Landesgrenze üblich waren auch Polizisten aus Unterfranken im Einsatz, heißt es aus dem Polizeipräsidium Unterfranken. Aktuell sind demnach keine unterfränkischen Polizisten mehr rund um Hanau im Einsatz.

Bürgermeister von Hanau erschüttert

Die Ermittler baten die Bevölkerung um Hinweise, warnten aber vor Spekulationen. Im Kurzbotschaftendienst Twitter rief die Polizei dazu auf, keine Videos oder Nachrichten aus unbekannten Quellen zu verbreiten. "Spekulationen helfen uns nicht weiter", erklärte das Polizeipräsidium. Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) zeigte sich erschüttert. Es sei ein Abend, "wie man ihn sich schlimmer nicht vorstellen kann", sagte Kaminsky der "Bild"-Zeitung. Er sei "tief betroffen". Die Hanauer CDU-Bundestagsabgeordnete Katja Leikert schrieb auf Twitter: "Es ist ein echtes Horrorszenario für uns alle."

Die Polizei Südosthessen hat ein Hinweisportal eingerichtet.

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Nach zwei Schießereien in Shisha-Bars haben Polizisten den mutmaßlichen Todesschützen tot aufgefunden. In einer Wohnung ist außerdem ein weiterer Toter entdeckt worden. Damit erhöht sich die Zahl der Toten insgesamt auf elf.

Mutmaßlicher Täter hatte Video auf Youtube veröffentlicht

Auf Youtube gibt es ein älteres Video des Mannes. Darin spricht der Mann in fließendem Englisch von einer "persönlichen Botschaft an alle Amerikaner". Der Clip, der am Donnerstagmorgen weiter im Internet zu sehen war, wurde offensichtlich in einer Privatwohnung aufgenommen, ins Netz gestellt wurde er vor wenigen Tagen. Darin sagt der Mann, in den USA existierten unterirdische Militäreinrichtungen, in denen Kinder misshandelt und getötet würden. Dort würde auch dem Teufel gehuldigt. Amerikanische Staatsbürger sollten aufwachen und gegen diese Zustände "jetzt kämpfen". Ein Hinweis auf eine bevorstehende eigene Gewalttat in Deutschland ist in dem Video nicht enthalten.