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Syrer in Berlin wegen Terrorverdachts verhaftet | BR24

© BR/Michael Götschenberg

Spezialeinheiten der Polizei haben in Berlin einen Syrer verhaftet, der einen Bombenanschlag vorbereitet haben soll. Der 26-jährige Islamist habe im Januar begonnen, Material für einen Sprengsatz zu beschaffen, erklärte die Bundesanwaltschaft.

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Syrer in Berlin wegen Terrorverdachts verhaftet

Spezialeinheiten der Polizei haben in Berlin einen Syrer verhaftet, der einen Bombenanschlag vorbereitet haben soll. Der 26-jährige Islamist habe im Januar begonnen, Material für einen Sprengsatz zu beschaffen, erklärte die Bundesanwaltschaft.

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Beamte der GSG 9 der Bundespolizei und des Bundeskriminalamts (BKA) verhafteten den Mann am Dienstagmorgen in seiner Berliner Wohnung. Das Alter des Mannes war zunächst mit 37 angegeben worden.

Festgenommener arbeitete in Schule

Der Terrorverdächtige aus Syrien war vor seiner Festnahme an einer Grundschule in der Hauptstadt als Reinigungskraft beschäftigt gewesen. Zuvor habe er bis September im Berliner Bode-Museum gearbeitet, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD). Über ein mögliches Anschlagsziel des Verdächtigen lägen keine Erkenntnisse vor. "Wir gehen davon aus, dass es eine beträchtliche Gefahr gab", so Geisel. In ausgewerteten Chatprotokollen sei es darum gegangen, möglichst viele Menschen zu töten.

Geisel zufolge hatten die Ermittler den Mann seit Anfang des Jahres im Visier. Seit drei Monaten sei er von Kräften des Landes- und des Bundeskriminalamtes rund um die Uhr observiert worden. Auf seine Spur seien die deutschen Sicherheitsbehörden nach einem Hinweis eines "befreundeten ausländischen Nachrichtendienstes" gekommen. Dieser habe Internet-Chats des Verdächtigen beobachtet. Zur Frage, ob der Verdächtige Komplizen in Deutschland hatte, machte der Senator aus "ermittlungstaktischen Gründen" keine Angaben.

Chemikalien waren bereits beschafft

Laut Bundesanwaltschaft soll der Verdächtige bereits begonnen haben, "die benötigten Bauteile und Chemikalien für den Bau einer Sprengvorrichtung zu beschaffen". So soll er im August 2019 Aceton und im September Wasserstoffperoxidlösung gekauft haben. "Beide Chemikalien werden zur Herstellung des hochexplosiven Sprengstoffs Triacetontriperoxid (TATP) benötigt", teilte die Bundesanwaltschaft mit. TATP wird häufig von Extremistengruppen für Anschläge benutzt.

Aktiv in einer Chatgruppe zum Bomben-Bau

Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin teilte darüber hinaus mit, dass der Mann in einer der Extremistenmiliz IS nahe stehenden Chatgruppe im Messenger-Dienst Telegram Anleitungen zum Bau von Waffen und zur Produktion von Sprengstoff ausgetauscht habe. Die Anleitungen sollen sich unter anderem auf die Herstellung von Plastiksprengstoff, Paket- und Magnetbomben sowie Türfallen mit Explosivstoffen bezogen haben. Außerdem ging es um Sturmgewehre des Typs Kalaschnikow, Maschinenpistolen und weitere Schusswaffen.