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Synode empfiehlt Priesterweihe für verheiratete Männer | BR24

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Amazonas-Synode empfiehlt in Ausnahmefällen Priesterweihe von Verheirateten

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Synode empfiehlt Priesterweihe für verheiratete Männer

Die Teilnehmer der Amazonas-Synode im Vatikan haben sich für die Priesterweihe von verheirateten Männern ausgesprochen. Allerdings gilt die Empfehlung nur für Ausnahmefälle und nur für die Amazonas-Region.

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Die katholische Kirche will das Priesteramt auch für verheiratete Männer öffnen, ganz vorsichtig: nur in Ausnahmefällen, nur in der Amazonas-Region, nur für Familienväter, die bereits als ständige Diakone in der Kirche arbeiten. So steht es im Paragraph 111 des Abschlussdokuments dieser Amazonas-Synode. Und damit beschreitet die Kirche Neuland.

Neue Ideen der Kirche sind dem Priestermangel geschuldet

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx: "Die Frage, ob es in Ausnahmefällen auch einen Weg geben kann, in bestimmten Situationen verheiratete Männer mit der Feier der Eucharistie zu beauftragen – da wird ja ein Vorschlag gemacht, Kriterien zu entwickeln. Natürlich war das auf der Synode stärker ein Thema, als ich gedacht habe."

Es war auch das umstrittenste Thema der Synode – 41 Bischöfe stimmten dagegen, so viele wie bei keinem anderen Punkt des Abschlussdokuments. Die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit wurde dennoch erreicht. Begründet wird der Vorschlag mit dem Priestermangel, der in Amazonien besonders groß ist.

Manchmal dauere es nicht nur Monate, sondern Jahre, bis ein Priester in einer Gemeinde Messe feiern könne, heißt es in dem Text. Deshalb empfiehlt die Synode Kriterien zu festzulegen, damit auch solche Männer zu Priestern geweiht werden können, die eine Familie haben. Voraussetzungen seien eine "angemessene Ausbildung" und die "Anerkennung durch die Gemeinschaft". Nun ist es an Papst Franziskus, ob er diesen Vorschlag aufgreift und in die kirchliche Praxis umsetzt.

Frauen als Priesterinnen? Experten sollen nachforschen

"Es sind Dinge aufgetaucht, die geändert werden müssen", sagte Franziskus zum Abschluss der Synode. Und er sprach ein weiteres innerkirchlich umstrittenes Thema an. Die Frage, ob auch Frauen zu Diakoninnen oder gar Priesterinnen geweiht werden können: "Ich greife die Aufforderung auf, die Kommission wiedereinzusetzen und mit weiteren Experten zu ergänzen, die erforschen soll, ob es bereits in der Urkirche Diakoninnen gab. Diese Herausforderung nehme ich an."

Die Synode geht in ihrem Abschlussdokument noch weiter: Da im Amazonas-Gebiet der Großteil der Gemeinden ohnehin von Frauen geleitet werde, fordert sie, kirchliche Leitungsämter ganz offiziell für Frauen zu öffnen. Die deutsche Ordensfrau Birgit Weiler ist Mitarbeiterin der Peruanischen Bischofskonferenz:

"Es waren eine ganze Reihe von Bischöfen, die uns darin unterstützt haben. Und ein Bischof hat in seiner eigenen Diözese schon eine Generalvikarin und will damit ein deutliches Zeichen setzen. Und er sagte, wenn wir schon von synodaler Kirche reden, dann heißt das auch miteinander Entscheidungen fällen."

Kirche will indigene Bevölkerung unterstützen

Die katholische Kirche stellt sich mit dieser Synode eindeutig auf die Seite der indigenen Bevölkerung in der Amazonasregion. In ihrem Anschlussdokument spricht sich die Kirchenversammlung gegen die Abholzung des Regenwaldes aus, gegen die Vertreibung und Ausbeutung der Indigenen.

"In Amazonien gibt es jede Form der Ungerechtigkeit: die Zerstörung von Menschen und die Ausbeutung von Menschen auf allen Ebenen. Und die Zerstörung der kulturellen Identität." Papst Franziskus

Wer sich für seinen Lebensraum und seine Kultur einsetzt, muss im Amazonasgebiet um sein Leben fürchten. Die Kirche will sich zum Anwalt dieser Menschen machen. Um indigene Kultur und indigenes Leben zu verteidigen, will sie ein sozio-ökologisches Observatorium einrichten, sagt Michael Heinz vom deutschen Lateinamerikahilfswerk Adveniat: "Also eine Stelle, wo die Verletzungen sofort angezeigt werden, um sofort zu reagieren. Da ist noch etwas Arbeit notwendig, wie das am Besten und am Schnellsten geht. Da muss und wird die Kirche mehr tun."

Im Abschlussdokument der Synode ist auch eine unbequeme, aber sehr katholische Forderung enthalten. Nötig sei eine "individuelle und gemeinsame Bekehrung", heißt es in dem Text. Die Welt müsse ein Wirtschafts- und Lebensmodell aufgeben, das den Regenwald zerstöre, keinen Wohlstand fördere, sondern einen gewaltigen Naturschatz und seine Hüter gefährde.

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Die katholische Kirche betritt Neuland: Zum ersten Mal soll es verheirateten Diakonen erlaubt werden, sich zum Priester weihen zu lassen. Dafür haben sich die Teilnehmer der Amazonas-Synode im Vatikan ausgesprochen.