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Synodalversammlung: "Es hat uns schon vorangebracht" | BR24

© BR/Anne-Katrin Stratmann

Nach der ersten Synodalversammlung zur Zukunft der katholischen Kirche zeichnet sich eine Bereitschaft zu weitreichenden Reformen ab. Kardinal Reinhard Marx zeigt sich optimistisch. Doch aus konservativen Kreisen gibt es auch kritische Stimmen.

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Synodalversammlung: "Es hat uns schon vorangebracht"

Nach der ersten Synodalversammlung zur Zukunft der katholischen Kirche zeichnet sich eine Bereitschaft zu weitreichenden Reformen ab. Kardinal Reinhard Marx zeigt sich optimistisch. Doch die Versammlung endet mit einem dissonanten Schlussakkord.

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Die katholische Kirche beschreitet in Frankfurt Neuland. Zum ersten Mal diskutieren Bischöfe mit Vertretern des Kirchenvolks über Reformen. Wie findet die Kirche einen Synodalen Weg aus der Krise? Pastoralreferentin Susanne Schuhmacher-Godemann ist überzeugt: Dieser Weg führt nur über eine Gleichberechtigung von Frauen: "Weil wir uns wünschen, dass uns endlich zuerkannt, dass wir nicht nur die gleiche Würde wie Männer haben, sondern auch gleiche Rechte."

Kritik am Zölibat

Auch der Zölibat wurde bei der Synodalversammlung diskutiert. Pfarrer Christoph Uttenreuther aus Hallstadt bei Bamberg sagt: Ohne Pflichtzölibat stünde die Kirche besser da.

"Und diese Probleme sehe ich, wenn ich in meinen Weihekurs schaue, wo vier von zehn geheiratet haben, die zu den besten gehört haben." Christoph Uttenreuther, Pfarrer

Ausnahmen von der Zölibatspflicht, Weiheämter für Frauen, eine Kontrollinstanz für Bischöfe – darüber wurde in Frankfurt diskutiert. Offen und respektvoll. Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, glaubt, die Versammlung habe sich gelohnt.

"Es hat uns schon vorangebracht: Im Klima der Auseinandersetzung, in der Reife der Diskussion, in der Bereitschaft, aufeinander zu hören." Kardinal Reinhard Marx

Veränderungen zeichnen sich ab

Entscheidungen wurden in Frankfurt noch keine getroffen. Doch es zeichnet sich bereits ab, dass eine Mehrheit der Versammlung für weitreichende Veränderungen offen ist. Die inhaltliche Arbeit müssen bis zur nächsten Tagung im September die Themen-Foren leisten.

Eine Gruppe von Skeptikern des Reformdialogs um den Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki versuchte, in einer mehrstündigen Debatte über die Geschäftsordnung, eine Sperrminorität in diesen Arbeitsgruppen durchzusetzen. Der Antrag fand keine Mehrheit.

"Einmütigkeit ist gut. Aber wir können es nicht überstrapazieren. Da werden Kompromisse nicht ausbleiben." Hans Tremmel, Münchner Diözesanratsvorsitzender

Woelki: Da ist ja jeder gleich!

Die Kompromissfähigkeit von Kardinal Rainer Maria Woelki und anderen eher konservativen Bischöfen wurde schon bei der ersten Synodalversammlung auf die Probe gestellt. Woelki sagte dem Kölner Domradio unmittelbar nach Ende der Tagung, all seine "Befürchtungen" seien eingetreten. Hier sei eine Art protestantisches Kirchenparlament installiert worden, in dem die hierarchische Verfassung der katholischen Kirche keine Rolle mehr spiele.

"Das ist ja auch schon das sehr deutlich prägende Bild beim Einzug zum Gottesdienst gewesen, als Bischöfe und Laien alle gemeinsam eingezogen sind und somit zum Ausdruck gebracht wurde, dass da jeder gleich ist. Und das hat eigentlich nichts mit dem zu tun, was Katholische Kirche ist und meint." Kardinal Rainer Maria Woelki

Weiterer Vorwurf Woelkis: Es gab Einschränkungen beim Rederecht. Anträge seien nicht gewürdigt worden. Karin Kortmann vom Zentralkomitee der Katholiken verwahrt sich dagegen.

"Ich finde es schade, weil er damit einen Eindruck erweckt, dass bestimmte Personen nicht zu Wort gekommen wären und nicht die gleichen Rechte und Pflichten gehabt hätten. Ich weise das strikt zurück und wünsche mir, dass er das auch korrigiert." Karin Kortmann, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der Katholiken

So endet diese Synodalversammlung, die von den meisten Teilnehmern und Beobachtern als gelungene Premiere erlebt wurde, mit einem dissonanten Schlussakkord.