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Bildrechte: pa/dpa/Christof Stache

Die Bundeskanzlerin hat sich bei einem Besuch des Eifeldorfs Schuld einen Eindruck verschafft von den Zerstörungen, die die Fluten angerichtet haben. Begleitet wurde sie von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Dreyer.

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"Surreal": Merkel erschüttert von Ausmaß der Flutkatastrophe

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich bei einem Besuch in dem von der Flutkatastrophe betroffenen Eifelort Schuld bestürzt ob der angerichteten Verwüstungen. Deren Ausmaß sei "surreal, gespenstisch". Die Kanzlerin versprach schnelle Hilfen.

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Von
  • Marcus Overmann
  • Petra Zimmermann

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das Ausmaß der Hochwasserkatastrophe in Deutschland "surreal, gespenstisch" genannt. Nach einem Besuch im Eifeldorf Schuld sagte Merkel am Sonntag im rheinland-pfälzischen Adenau, die deutsche Sprache kenne kaum Worte für diese Verwüstung.

Schnelle Hilfe für die Betroffenen

Merkel war am Mittag in Schuld eingetroffen, wo sie mit Einsatzkräften und Einwohnern sprach. Sie sei gekommen, um sich vor Ort einen realen Eindruck von der Katastrophe zu verschaffen, sagte Merkel später. Die Bilder seien unfassbar gewesen.

Bund und Land würden Hand in Hand arbeiten, "um die Welt wieder Schritt für Schritt in Ordnung zu bringen in dieser wunderschönen Gegend". Am Mittwoch werde die Bundesregierung ein Programm für schnelle Hilfen, mittelfristige Aufgaben und zur Wiederherstellung der Infrastruktur verabschieden, versicherte Merkel.

Merkel kündigt mehr Engagement für den Klimaschutz an

"Wir sehen, mit welcher Gewalt die Natur agieren kann", sagte die Kanzlerin. "Wir werden uns dieser Naturgewalt entgegenstemmen - kurzfristig, aber auch mittel- und langfristig." Es bedürfe einer Politik, "die die Natur und das Klima mehr in Betracht zieht, als wir das in den letzten Jahren gemacht haben". Wir werden darüber nachdenken müssen, sagt die Kanzlerin, was man in der Landwirtschaft, der Forstpolitik und beim Hochwasserschutz verändern müsse, um besser gerüstet zu sein gegen Extremwetterereignisse.

Begleitet wurde Merkel von der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und weiteren Landesministern. "Es wird lange dauern, bis die Leute wieder sagen können, ich erkenne meine Heimat wieder", sagte Dreyer in Adenau.

Schon mal 10.000 Euro für Unternehmen

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will Unternehmen, die von der Hochwasserkatastrophe getroffen wurden, mit einer Pauschale in Höhe von 10.000 Euro helfen. "Ich plädiere für eine Corona-Flutpauschale von bis zu 10.000 Euro für Unternehmen, die es doppelt schlimm getroffen hat", sagte Bundeswirtschaftsminister Altmaier.

Verpflichtende Elementarschadenversicherung für Hausbesitzer?

Wäre eine verpflichtende Elementarschadensversicherung für Hausbesitzer sinnvoll? Dazu sagt die Bundeskanzlerin Nein, denn die Versicherungsbeiträge könnten Einzelpersonen oder Unternehmen in Hochwassergebieten schnell überfordern. Ministerpräsidentin Dreyer sagt indes Ja zu einer verpflichtenden Elementarschadenversicherung, bei der die Kosten auf alle Versicherungsnehmer umgelegt werden sollten.

Suche nach Vermissten geht weiter

Die Suche nach weiteren Opfern in den teils völlig zerstörten Ortschaften ging am Sonntag unvermindert weiter. Durch die Unwetterkatastrophe sind allein im Landkreis Ahrweiler 110 Menschen ums Leben gekommen. Zudem wurden zuletzt 670 Verletzte gezählt. "Es ist zu befürchten, dass noch weitere Todesopfer hinzukommen", so die Polizei.

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Merkel erschüttert von Ausmaß der Flutkatastrophe

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