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Summer in the City – London fehlen die Touristen | BR24

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London fehlen die Touristen

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Summer in the City – London fehlen die Touristen

Die Geschäfte in London leiden genauso unter den fehlenden Touristen wie in jedem anderem Land. Die Regierung hat jetzt ein Hilfsprogramm für Gastronomen aufgelegt. Es heißt "Eat out to help out". Übersetzt: Iss auswärts, um auszuhelfen.

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Im Herzen des Stadtbezirks Soho herrscht in diesen Tagen mediterrane Atmosphäre. Mehrere Straßenzüge sind abgesperrt, Tische und Stühle stehen vor den Restaurants, die Londoner genießen den Sommer.

Die Londoner Bewohner genießen es

Ich gehe jetzt drei Mal die Woche aus, sagt Will. Er findet, die Maßnahmen zum Abstandhalten sind ganz gut, er fühlt sich ganz sicher. Will ist zusammen mit Yong unterwegs, sie meidet die Menge, sie fühlt sich da nicht wohl. Im Innern des Restaurants war Yong auch noch nicht, sie bleibt lieber draußen. Und Alex, der aus München kommt, aber seit 13 Jahren in London lebt, findet: "Die Gesichtsmaske stört. Ansonsten liebe ich es, dass die Stadt so leer ist."

Die Londoner haben London für sich

Die Geschäfte der Metropole leiden. Theater und Musicals sind geschlossen, Museen und Galerien haben auf Notbetrieb umgestellt, den Pubs und Restaurants fehlt das Publikum. Seit dieser Woche lädt die Regierung zum Restaurant-Besuch ein: Bis Ende August übernimmt sie an jedem Montag, Dienstag und Mittwoch 50 Prozent der Rechnung, bis zu maximal zehn Pfund. "Eat out to help out", heißt das Programm, gehe aus, um auszuhelfen. Das hilft schon mal ein bisschen, sagt Marcello Distefano, der Restaurants in London, Birmingham und Manchester betreibt.

Die Buchungen sehen ganz gut aus für diese Woche. Aber das kann auch damit zusammenhängen, dass viele ihren Urlaub zu Hause verbringen und jetzt hier Geld zum Ausgeben haben. London ist derrzeit ganz auf die Einheimischen angewiesen – aber die zögern damit, in die Innenstadt zu kommen. In Piccadilly Circus steigen nur noch acht Prozent so viele Menschen ein und aus wie früher. Rund um die Einkaufsstraße Oxford Street ist nur noch ein Viertel so viel los. Ausgerechnet London, sonst die Zugmaschine für die britische Wirtschaft, schwächelt am stärksten. "Uns fehlen die Gäste aus aller Welt", sagt Marcello Distefano. "Unsere Restaurants in anderen Gegenden des Landes ziehen das lokale Publikum an. Aber London hängt von den Geschäftsreisenden und Touristen von auswärts ab, und da sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um 75 Prozent runtergegangen", erklärt der Gastronom.

Gäste werden noch lange fehlen

Die Londoner Geschäftswelt sieht eine Krise, an der sie sich noch jahrelang abarbeiten wird. Die Gäste aus aller Welt sind jedenfalls so bald nicht zu erwarten, fürchtet Patricia Yates vom Tourismusverband Visit Britain. "Wir rechnen nicht damit, dass sich die Zahlen noch in diesem Sommer erholen. Die Flugbuchungen sind um 96 Prozent eingebrochen. Ich glaube, jetzt muss es erstmal darum gehen, dass wir die europäischen und gern auch deutschen Besucher ab Herbst wieder zu uns holen, darauf werden wir uns jetzt konzentrieren", erklärt sie.

Immerhin könne man jetzt die Sehenswürdigkeiten viel besser genießen, sagt Yates. Man habe viel mehr Zeit, alles sei viel entspannter als sonst. Der Tower von London zum Beispiel sei normalerweise auf 15.000 Besucher pro Tag eingerichtet, im Moment sei die Kapazität runtergefahren auf 1.000 pro Tag, und selbst die würden nicht ausgeschöpft. Da kann man, sagt Patricia Yates, jetzt einfach rein und die Juwelen ansehen, ohne Schlange stehen zu müssen.

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