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Im Kampf gegen die Ausbreitung von Virus-Mutationen im Bundesland Tirol hat die österreichische Regierung die Maßnahmen verschärft. Ab Freitag ist eine Ausreise aus Tirol, mit Ausnahme von Osttirol, nur noch mit negativem Coronatest möglich.

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Südafrikanische Corona-Mutation: Österreich isoliert Tirol

Im Kampf gegen die Ausbreitung von Virus-Mutationen im Bundesland Tirol hat die österreichische Regierung die Maßnahmen verschärft. Ab Freitag ist eine Ausreise aus Tirol, mit Ausnahme von Osttirol, nur noch mit negativem Coronatest möglich.

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Von
  • Nikolaus Neumaier

Nach tagelangem Streit und Tauziehen hat der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz jetzt eine zehntägige Isolierung Tirols angekündigt. Die Maßnahme gilt ab Freitag (12. Februar). Alle, die ab dann das Bundesland verlassen wollen, müssen sich einem Covid-Test unterziehen. Nur bei einem negativen Ergebnis darf die Grenze des Bundeslandes überschritten werden. Das gilt auch für Fahrten innerhalb Österreichs.

Streit über Ansteckungen mit der Südafrika-Mutante

Grund für die Entscheidung ist die dramatische Entwicklung der gefährlichen südafrikanischen Corona-Mutation. Offiziell bestätigt sind bislang 163 Fälle. Das sind die Zahlen, die die Behörden jetzt, mit Verweis auf Montag (8. Februar) genannt hatten.

Über die Entwicklung und konkret die Zahlen hatte es zwischen der Bundesregierung in Wien und der Landesregierung in Tirol eine heftige Auseinandersetzung gegeben. Noch am Wochenende hatte der Tiroler Landeshauptmann Platter erklärt, die Datenlage gebe eine Isolation nicht her.

Inzwischen gelten aber die bislang genannten 163 Fälle als der Wert, der überall als gesichert angesehen wird. Möglicherweise erhöht sich aber die Zahl noch. So wurde am Montag über bis zu 400 potentielle Infektionsfälle spekuliert. Dazu kann es aber erst dann belastbare Angaben geben, wenn die sogenannte Sequenzierung abgeschlossen ist.

Hotspot der südafrikanischen Corona-Mutation ist Schwaz

Für die Gesundheitsbehörden, aber auch die Bundesregierung, sind die Zahlen aus Tirol alarmierend hoch. Als Hotspot gilt der Bezirk Schwaz. Im Nachbarbezirk Kufstein gibt es vermehrt Fälle. Einzelne Fälle werden der Landeshauptstadt Innsbruck zugeordnet.

Eine wirklich belastbare Information über die örtliche Zuordnung ist aber offenbar schwierig. In österreichischen Medien hieß es heute, es gebe teilweise unvollständige Zahlen, die noch ergänzt werden sollten. Als mögliche weitere Erklärung ist denkbar, dass mehrere Proben von ein und derselben Person zunächst als mehrere Fälle gezählt worden waren und die Datenlage nun bereinigt wurde.

Kanzler Kurz spricht von Sachentscheidung

Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte heute, die Entscheidung, Tirol befristet zu isolieren, sei eine Sachentscheidung, da es ausschließlich um die Entwicklung der südafrikanischen Mutation gehe und die allgemeinen Inzidenzwerte keine Bedeutung für die Entscheidung gehabt hätten. Diese bewegen sich nämlich auch in Tirol nach unten.

Zwar liegt der Inzidenzwert noch lange nicht bei 50 Infektionsfällen pro 100.000 Einwohner, aber der zuletzt veröffentlichte von 104,8 kann sich in Österreich durchaus sehen lassen.

Wenig Südafrika-Mutanten in der Steiermark

Neben Tirol wurden auch Verdachtsfälle aus der Steiermark gemeldet. Bestätigt ist aber bislang nur ein einziger Fall. Daneben wurde über zwei weitere in einer Kaserne gesprochen, wobei es in einem mutmaßlichen Fall eine Beziehung nach Tirol geben soll. In allen anderen Bundesländern wurden bisher keine Fälle der Südafrika-Variante bestätigt.

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Das österreichische Bundesland wird für zehn Tage isoliert. Grund ist die Ausbreitung der südafrikanischen Covid-19-Mutation.

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