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Südafrika stoppt Impfungen mit Astrazeneca-Vakzin | BR24

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Bildrechte: Reuters/Peter Cziborra

Großbritannien setzt weiter uneingeschränkt auf den Impfstoff von Astrazeneca. Zweifel daran seien trotz neuer Studien zur eingeschränkten Wirksamkeit "unangebracht".

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Südafrika stoppt Impfungen mit Astrazeneca-Vakzin

Südafrika will vorerst doch nicht mit dem Vakzin von Astrazeneca impfen – laut neuen Studien soll der Impfstoff bei der im Land verbreiteten Corona-Mutation nicht so gut wirken. Die britische Regierung stellt sich hinter das Mittel von Astrazeneca.

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  • BR24 Redaktion

Südafrika hat geplante Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff vorübergehend gestoppt. Der Grund sind Zweifel an der der Wirkung des Vakzins gegen die in dem Land aufgetauchte Corona-Variante.

Studien: geringe Wirksamkeit bei neuer Corona-Variante

Studien zum Astrazeneca- sowie zum Novavax-Wirkstoff in Südafrika hätten gezeigt, dass die klinische Wirksamkeit wesentlich verringert sei, sagte am Sonntag Salim Abdool Karim, der Leiter des Corona-Beratungskomitees der Regierung. "Also muss die Einführung des Astrazeneca-Impfstoffs vorübergehend unterbrochen werden." Gesundheitsminister Zweli Mkhize sagte, es müsse noch mehr Arbeit getan werden, um das Problem zu verstehen.

Zuletzt eine Million Astrazeneca-Dosen für Südafrika

Südafrika, das zahlenmäßig am schwersten von Corona betroffene Land in Afrika, hatte vergangene Woche eine Million Dosen des Astrazeneca-Impstoffs erhalten. Schon bald sollte mit der Impfung von Gesundheitsmitarbeitern begonnen werden.

Bei leichten Verläufen kaum wirksam

Am Sonntag aber veröffentlichten die Universitäten von Witwatersrand und Oxford vorläufige Ergebnisse einer Studie, die zeigen, dass der Astrazeneca-Wirkstoff leichte Erkrankungen der in Südafrika kursierenden Variante weniger verhindert. Allerdings hatte die Studie nur rund 2.000 primär junge Probanden. Außerdem besteht noch Hoffnung, dass die Impfung schwere Krankheitsverläufe verhindern kann.

Wissenschaftliche Beratungen zu weiterem Vorgehen

Die südafrikanische Regierung will nun erst Beratungen von Wissenschaftlern abwarten, wie man in dem Land am besten vorgehen solle. In jedem Fall soll die Einführung des Wirkstoffs von Johnson & Johnson beschleunigt werden.

Britische Regierung stellt sich hinter Astrazeneca

Die britische Regierung gibt dem Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca Rückendeckung. "Es gibt keine Beweise dafür, dass dieser Impfstoff nicht in der Lage ist, Krankenhausaufenthalte sowie schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle zu verhindern", sagte der britische Gesundheits-Staatssekretär Edward Argar am Montag dem Sender "Sky". Und das sei es letztlich, was man von den Impfstoffen erwarte.

Argar wies darauf hin, dass die südafrikanische Virus-Variante nicht zu den vorherrschenden im Vereinigten Königreich gehöre und es erst wenige Fälle damit gebe. Gegen die dominierende britische Variante sei der Impfstoff "sehr wirksam".

Corona-Mutationen sorgen weltweit für Beunruhigung

Sowohl die britische als auch die südafrikanische Corona-Variante gelten als ansteckender und kommen mittlerweile auch in vielen anderen Ländern vor. Trotz Einreisebeschränkungen wurden sie auch schon in Deutschland nachgewiesen.

Die in Südafrika kursierende Mutation B.1.351 hat sich auch in den Tests anderer Impfstoff-Hersteller als resistenter erwiesen. Eine mögliche Anpassung der Vakzine an die Variante läuft bei mehreren Unternehmen bereits auf Hochtouren. Auch Astrazeneca arbeitet daran, ein verbesserter Impfstoff könnte laut dem Unternehmen bis Herbst bereitstehen.

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