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Stunde der Gartenvögel: Rekordbeteiligung zeichnet sich ab | BR24

© dpa-Bildfunk

Eine Blaumeise (Cyanistes caeruleus) sitzt in einem Garten auf einem Ast.

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    Stunde der Gartenvögel: Rekordbeteiligung zeichnet sich ab

    An dem Wochenende haben die Naturverbände Nabu und LBV wieder dazu aufgerufen, in Gärten, Parks und auf Balkonen Vögel zu zählen. Nach ersten Auszählungen zeichnet sich eine Rekordbeteiligung ab. Erfreulich ist auch die Entwicklung der Blaumeise.

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    Der LBV hatte mit einer regen Teilnahme an der Zählaktion gerechnet. Die Naturschützer führen das auf die Corona-Krise zurück. Weil mehr Menschen zu Hause bleiben, steige auch das Interesse an der näheren Umgebung. Bis Sonntagabend haben schon jetzt mehr als 11.000 Vogelfreunde an der Aktion teilgenommen, fast so viele wie im Vorjahr. Der LBV rechnet noch mit weiteren Teilnehmern, denn noch bis zum 18. Mai können diese ihre Ergebnisse abgeben.

    Blaumeisen in Bayern vom Massensterben nicht so stark betroffen

    Der häufigste Gartenvogel in Bayern bleibt der Haussperling. Wie die erste Auszählung des LBV ergab, kommt er im Freistaat in rund zwei Drittel der Gärten noch vor. Auf Platz zwei ist die Amsel. Deren Bestand scheint sich zu erholen. Ein tropischer Virus hat den Amseln in den Vorjahren stark zugesetzt. Sorge bereiten den Naturschützern derzeit dagegen die Blaumeisen, die aufgrund eines tödlichen Bakteriums massenhaft sterben. Offensichtlich sind sie in Bayern von der Krankheit aber nicht so stark betroffen, wie der Pressesprecher vom LBV Markus Erlwein ausführt:

    "Wir sind in Bayern wohl mit einem blauen Auge davongekommen. Zwar wurden auch hier weniger Blaumeisen gezählt als im Vorjahr. Allerdings waren es bundesweit etwa 20 Prozent weniger, in einigen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen sogar 30 Prozent weniger. Da sind wir in Bayern mit einem Minus von zehn Prozent noch mal davongekommen." LBV-Sprecher Markus Erlwein

    Zahl der gezählten Vögel pro Garten stagniert

    Eine von den mehr als 11.000 Vogelfreunden, die an der Aktion teilgenommen haben, ist Margarete Kistler. Ruhig sitzt sie am Abend in ihrem Garten im Münchner Süden. Sie hat sich für eine Stunde Zeit genommen, um an der Vogel-Zählaktion des Landesbunds für Vogelschutz teilzunehmen. Ihr großer Garten ist sehr naturbelassen, Kistler weiß, was Vögel brauchen. Sie ist seit Jahrzehnten beim LBV engagiert und zählt auch seit Jahren fleißig mit. Dabei hat sie festgestellt, dass es früher deutlich mehr Vogelarten in ihrem Garten gab. Doch es fehlen auch hier Insekten, die Nachbarsgärten sind häufig monotoner und werden immer kleiner:

    "Wir haben in diesem Karree sechs Neubauten, das Problem aufgrund der teuren Grundstückspreise nimmt das Haus fast den ganzen Garten ein. Früher waren die Häuser klein und die Gärten groß und jetzt sind die Häuser groß und die Gärten klein." LBV-Mitglied Margarete Kistler

    In ihrer Nachbarschaft sind auch einige große Bäume verschwunden, die waren wichtige Lebensräume für zahlreiche Tiere. Ähnliche Erfahrungen hat auch der LBV gemacht. Die Zahl der gezählten Vögel pro Garten stagniere auf niedrigem Niveau, so Erlwein. Doch es gibt auch positive Entwicklungen.

    Eichelhäher schafft es unter die Top 20

    Erfreut zeigt sich der LBV über die Entwicklung des Eichelhähers. Bereits bei der Winterzählung wurden diese großen farbigen Rabenvögel in Gärten und Parks vergleichsweise häufig gezählt.

    "Die Eichelhäher kamen aus Nordosteuropa zu uns und die scheinen hier nicht nur überwintert zu haben, sondern sie sind auch geblieben, denn sie sind zum ersten Mal unter den Top 20 der am häufigsten in Bayern gesehenen Vögeln." LBV-Sprecher Markus Erlwein

    Damit wurde der Eichelhäher ähnlich häufig gesehen wie der Hausrotschwanz. Wer an der Zählaktion teilgenommen hat, kann noch bis zum 18. Mai seine Ergebnisse beim LBV abgeben. Ende des Monats werden dann die endgültigen Zahlen veröffentlicht.