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"Stück weit Selbstinszenierung": Giffey kritisiert Gretas Tweet | BR24

© dpa/ Kay Nietfeld

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beim SPD-Bundesparteitag.

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    "Stück weit Selbstinszenierung": Giffey kritisiert Gretas Tweet

    Greta Thunbergs Posting über die Deutsche Bahn sorgt auf Twitter für Aufregung. Inzwischen hat sich auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey zu dem Tweet geäußert. Außerdem soll ein neues Video die Fakevorwürfe im Netz widerlegen.

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    Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat den Twitterpost von Greta Thunberg kritisiert. Das Bild, das die Klimaaktivistin in der Deutschen Bahn auf dem Boden sitzend zeigt, sei "ein Stück weit Selbstinszenierung", erklärte die SPD-Politikerin im Bild-Talk "Die richtigen Fragen". Dennoch bezeichnete sie Thunberg als "beachtliche Persönlichkeit".

    Kritik an Twitterpost – trotzdem Lob an Greta Thunberg

    Im Interview erklärte die Bundesfamilienministerin, sie habe die Posts der Schülerin so verstanden, dass Greta auf dem ersten Teil der Strecke keinen und dann später doch einen Sitzplatz erhalten habe. Damit habe Thunberg "den zweiten Teil der Geschichte halt nicht nicht öffentlich erklärt, wahrscheinlich wusste sie, warum", so Giffey und erklärte weiter: "Klar, das ist auch ein Stück weit Selbstinszenierung."

    Trotz der aktuellen Kritik lobte Giffey das Engagement der Klimaaktivistin. "Ich finde es sehr beachtlich, wie man in so einem jungen Alter Dinge, von denen man zutiefst überzeugt ist, bewegen kann." Es sei bemerkenswert, wie ein Mensch es schaffe, so viele mitzuziehen, erklärte sie weiter. "Insofern finde ich, das ist eine beachtliche Persönlichkeit".

    Diskussion über Tweet in Deutscher Bahn

    Am Wochenende hatte Greta Thunberg ein Foto gepostet, auf dem sie in einem ICE der Deutschen Bahn auf dem Boden zwischen Koffern sitzt. Dazu schrieb sie: "In überfüllten Zügen durch Deutschland. Und ich bin endlich auf dem Heimweg." Die 16-Jährige war nach monatelanger Reise auf dem Rückweg in ihre Heimat Schweden.

    Die Bahn reagierte auf den Tweet und erklärte, Greta sei zwischen Kassel und Hamburg in der Ersten Klasse gereist. Thunberg teilte daraufhin mit, ihr Zug von Basel sei ausgefallen, deshalb sei sie im Anschluss in zwei verschiedenen Zügen auf dem Boden gesessen. Hinter Göttingen habe sie dann einen Sitzplatz erhalten, erklärte die Aktivistin weiter auf Twitter. Dass sie vorher keinen Sitzplatz erhalten habe, sehe sie nicht als Problem. Vielmehr seien überfüllte Züge "ein großartiges Zeichen, weil das bedeutet, dass die Nachfrage nach Bahnreisen groß ist", so Thunberg weiter.

    Neues Video stützt Gretas Aussage

    Auf den Tweet der 16-Jährigen war bei einem Facebook-Post der Vorwurf laut geworden, dass es sich bei dem Foto um "Fake" und "eine glatte Lüge" handle. Inzwischen hat die schwedische Tageszeitung "Dagens Nyheter" ein Video veröffentlicht, dass Greta Thunberg im ICE auf dem Boden sitzend zeigt. Die 22-sekündige Aufnahme wurde laut Zeitung von Mitgliedern des "Dagens Nyheter"-Teams aufgenommen, die Greta auf der Zugreise begleiteten. Das Video sehen Sie hier.

    Dieses Video griff auch Thunberg selbst in einem weiteren Tweet auf. Sie kommentierte ironisch, dass ihre Reise mit der Bahn überraschenderweise für mehr mediales Interesse sorgte, als die Ergebnisse des Klimagipfels in Madrid. Doch: "Manchmal ist es Glück, dass man mit Journalisten reist, die die Geschichte bestätigen können."