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Studie: Viele Deutsche erkennen Fake News nicht | BR24

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Die Fake-Jäger des Vereins Mimikama entlarven schon seit mehreren Jahren Fakes im Netz

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    Studie: Viele Deutsche erkennen Fake News nicht

    Verlässliche Informationen von Fake News unterscheiden, Werbung erkennen, Nachrichtenquellen beurteilen – vielen Deutschen fällt das schwer. Eine Studie zeigt: Es gibt Nachholbedarf in Sachen digitaler Nachrichtenkompetenz.

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    Von
    • Sophie von der Tann

    Es sind Texte, die auf den ersten Blick aussehen wie ein Nachrichtenartikel auf der Webseite eines Nachrichtenanbieters. Doch eine Kennzeichnung macht deutlich: Es handelt sich um ein Advertorial, einen Werbeartikel. Eine Online-Befragung der unabhängigen Denkfabrik "Stiftung Neue Verantwortung" mit über 4.000 Teilnehmern über 18 Jahren zeigt: Über die Hälfte der Befragten hält den Werbeartikel für echte Information.

    Drittel der Studienteilnehmer halten Falschmeldung für wahr

    Eine Falschmeldung auf Facebook hielten ein Drittel der Studienteilnehmer für wahr. Weniger als die Hälfte hat die Meldung eindeutig als Falschinformation identifiziert. Auch die Hinweise auf den Plattformen wie das Facebook Faktencheck-Label sind wenig wirksam. So erkannte nur etwa ein Viertel der Befragten die Markierung als hilfreichen Hinweis und konnte die Information einordnen. Nur sieben Prozent der Befragten haben den Hinweis auf ein Advertorial als Werbekennzeichnung identifiziert.

    Insgesamt kommt die Studie zu dem Schluss: 46 Prozent der Befragten haben eine geringe oder sehr geringe digitale Nachrichten- und Informationskompetenz. Allerdings sind jüngere Menschen deutlich kompetenter als ältere.

    Zweifel an Unabhängigkeit der Medien

    Generell gilt in allen Altersgruppen laut Studienautoren: Je höher die formale Schulbildung ist, desto größer ist die Medienkompetenz und das Vertrauen in Journalismus und Politik. Denn nicht wenige zweifeln an der Unabhängigkeit des Journalismus. Etwa ein Viertel der Befragten stimmt der Aussage zu, dass Medien und Politik Hand in Hand arbeiten, um die Meinung der Bevölkerung zu manipulieren.

    Nur der Hälfte der Befragten war bewusst, dass Bundestagsabgeordnete nicht entscheiden können, worüber der öffentlich-rechtliche Rundfunk berichtet. 35 Prozent glauben fälschlicherweise, dass die Öffentlich-Rechtlichen der Staatsministerin für Kultur und Medien unterstellt seien.

    FDP-Anhänger haben höchste Nachrichtenkompetenz

    Wie Nachrichten-kompetent Bürgerinnen und Bürger sind, hängt laut der Studie auch mit der Grundhaltung der Befragten zur Demokratie zusammen. Darunter fassen die Studienautoren das Grundvertrauen in Demokratie und Medien, die Bereitschaft sich über Politik zu informieren und andere Meinungen zu tolerieren.

    Aus der Studie geht überdies hervor, dass die Anhänger und Anhängerinnen der verschiedenen Parteien unterschiedlich abschneiden. Die höchste Nachrichtenkompetenz haben FDP-Anhänger, gefolgt von den Grünen. Danach kommen Anhänger der Linken und SPD, im Gesamtdurchschnitt liegen Anhänger der CDU. Auf dem letzten Platz liegen AfD-Anhänger.

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