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Schweine genießen die Dusche

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    Studie: Umbauten für mehr Tierwohl kosten Milliarden

    Eine Studie im Auftrag der Bundesregierung bewertet die Finanzierung für die Umsetzung des Tierwohls bis 2040. Dessen Zwischenergebnis: Der Umbau der Tierhaltung wird wohl deutlich teurer als geplant - Mehrkosten in Milliardenhöhe sind möglich.

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    Von
    • Regina Wallner
    • B5 aktuell

    Der Umbau der Tierhaltung in Deutschland könnte deutlich teurer werden als bislang angenommen. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf vorliegende Zwischenergebnisse einer Machbarkeitsstudie. Diese Studie wurde vom Bundeslandwirtschaftsministerium in Auftrag gegeben.

    Mehrkosten für Stallumbauten im Milliardenbereich

    Die Autoren kalkulieren mit Mehrkosten im Milliardenbereich, die für Stallumbauten und bessere Haltungsbedingungen anfallen. Grundlage der Berechnungen sind die Vorschläge der sogenannten "Borchert-Kommission". Das Expertengremium unter Leitung des früheren Bundesagrarministers Jochen Borchert (CDU) hatte vergangenes Jahr im Auftrag der Bundesregierung einen Fahrplan zum Umbau der Tierhaltung in Deutschland präsentiert.

    Bis 2040 sollen Tiere deutlich besser gehalten werden

    Bis 2040, so die Zielmarke der Berater, sollen Schweine, Rinder und Geflügel deutlich besser gehalten werden als bislang. Den Landwirten soll der finanzielle Mehraufwand erstattet werden. Die Vorschläge waren auf große Zustimmung in der Politik gestoßen. Den anfallenden Förderbedarf taxierte das Expertengremium seinerzeit in der ersten Phase mit 1,2 und dauerhaft dann mit 3,6 Milliarden Euro pro Jahr. Die Autoren der Machbarkeitsstudie gehen laut Zwischenbericht zwischenzeitlich von einem jährlichen Finanzierungsbedarf von anfangs 3 und später dann 4 Milliarden Euro aus.

    Schweinefleisch soll 40 Cent mehr kosten

    Die Autoren der Studie sind vom Bundesagrarministerium beauftragt zu klären, wie der Finanzierungsbedarf rechtssicher gedeckt werden kann. Die Borchert-Kommission hatte unter anderem eine Tierwohl-Abgabe in Form einer Verbrauchssteuer vorgeschlagen: So sollten Kunden etwa 40 Cent mehr pro Kilogramm Schweinefleisch zahlen. Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte sich für diese Lösung ausgesprochen. Es gibt keine zwingenden Gründe dagegen, schreiben die beauftragten Autoren. Sie verweisen aber auch auf eine Anhebung des Mehrwertsteuersatzes bei tierischen Produkten von derzeit 7 auf dann 19 Prozent. Bei dieser Lösung laufe man im Gegensatz zur Verbrauchssteuer nicht Gefahr, gegen EU-Recht zu verstoßen, indem die Importeure benachteiligt werden.

    Für ein lange geplantes Tierwohl-Kennzeichen für Fleisch aus besserer Haltung hat das Kabinett im September 2019 einen Entwurf von Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner beschlossen.

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