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Studie über Corona-Folgen: Die Einsamkeit der Kinder | BR24

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Der bayerische Fahrplan sieht eine schrittweise Lockerung in Kitas und Kindergärten nach den Pfingstferien vor. Schrittweise dürfen immer mehr Kinder wiederkommen. Doch so manche private und freie Kita kämpft schon ums Überleben.

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Studie über Corona-Folgen: Die Einsamkeit der Kinder

Die Corona-Pandemie hat unseren Alltag verändert. Das Deutsche Jugendinstitut in München wollte explizit wissen, wie die jüngeren Bevölkerungsschichten damit zurecht kommen. Ergebnis der Studie: Es kommt nicht nur auf das Alter an.

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Die Studie "Kind sein in Zeiten von Corona" des Deutsche Jugendinstituts (DJI) kommt zum dem Schluss, dass jedes dritte Kind zwischen drei und 15 Jahren Schwierigkeiten hat, mit der Corona-Krise zurechtzukommen. Probleme bereiten vor allem die Kontaktbeschränkungen: mehr als ein Viertel der befragten Eltern (27 Prozent) stimmten der Aussage eher oder ganz zu, ihr Kind fühle sich einsam. Das gilt vor allem für Kindergartenkinder (31 Prozent) und Einzelkinder (33 Prozent).

Einkommen und Bildung der Eltern mitentscheidend

In der Studie heißt es zudem, dass deutlich mehr Eltern mit geringem oder mittleren Bildungsabschluss (41 Prozent) von Problemen ihrer Kinder berichten, als Eltern mit hohen Abschlüssen (29 Prozent). Auch die finanzielle Situation in den Familien spielt offenbar eine Rolle: Eltern mit einer angespannten finanziellen Situation schätzten die Belastung für ihre Kinder deutlich höher ein als diejenigen, die ihre finanzielle Lage positiver beurteilen (51 Prozent versus 30 Prozent).

Mehr Kinder, mehr Konfliktpotenzial

Bei jeder fünften Familie (22 Prozent) herrscht laut Studie zur Zeit der Krise häufig oder sehr häufig ein konflikthaltiges oder chaotisches Klima. Diese Situation kommt verstärkt in Haushalten mit mehreren Kindern vor (25 Prozent gegenüber 15 Prozent in Ein-Kind-Familien). Gleichzeitig gelingt mehr als Dreiviertel der Familien das ungewohnte ständige Zusammensein nach Angaben der Eltern überwiegend gut und ist nur manchmal von Konflikten geprägt.

Kaum Kontakt zu Lehrkräften und Erzieher*Innen

Fachkräfte und Lehrkräfte aus Kitas und Schulen tragen der Untersuchung zufolge nur wenig dazu bei, dass sich die Kinder weniger einsam fühlen. Denn obwohl in nahezu allen befragten Haushalten digitale Technik und zahlreiche Kommunikationskanäle zur Verfügung stehen, werden diese nach Einschätzung der Eltern nur in geringem Umfang durch die pädagogischen Fachkräfte genutzt. Mehr als ein Viertel der Kinder im Kindergartenalter haben in den befragten Familien gar nichts von ihren Bezugspersonen in der Kita gehört, wie aus der Befragung hervorgeht.

Zwischen dem 22. April und dem 4. Mai haben sich nach den Angaben des DJI deutschlandweit mehr als 8.000 Eltern von Kindern im Alter von drei bis 15 Jahren an der Online-Befragung beteiligt.

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