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Bundesfamilienministerin Barley bei Vorstellung der Studie

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Studie: Partnerschaftliche Arbeitszeiten - Kinder finden sie gut

Kinder finden es in der Regel gut, wenn beide Elternteile zu annähernd gleichen Teilen arbeiten. In einer Studie wurden 28 Familien befragt, die dieses Modell bereits praktizieren. Von Tanja Oppelt

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Die Studie, die vom Bundesfamilienministerium in Auftrag gegeben wurde, schildert vor allem die Kindersicht. Befragt wurden Kinder zwischen 6 und 14 Jahren, deren Eltern sich die Berufstätigkeit annähernd gleich aufteilen und beide vollzeitnah arbeiten. Das Ergebnis der nicht repräsentativen Studie: Die Kinder seien mehrheitlich zufrieden. Sie empfänden es als gerecht, dass beide Elternteile arbeiten gehen. In der Regel sind bei diesem Modell die Väter präsenter in der Familie als im Durchschnitt. Die Kinder nähmen das als Besonderheit wahr und schätzten es, hieß es bei der Vorstellung der Studie. 

Verlässlichkeit ist wichtig

Den Kindern sei wichtig, dass die Eltern zu einer verlässlichen Zeit nach Hause kämen und nicht abends und am Wochenende arbeiteten. Nach den Worten von Bundesfamilienministerin Barley stärkt das Modell die Familie insgesamt. Sowohl die Beziehung der Eltern zu den Kindern als auch die Beziehung zwischen den Elternteilen profitierten, weil es mehr Zeit und mehr Absprachen gebe, so die SPD-Politikerin. 

Werbung für SPD-Projekt "Familienarbeitszeit"

Barley machte noch einmal Werbung für die Familienarbeitszeit, ursprünglich ein Projekt von ihrer Vorgängerin Schwesig. Wenn beide Elternteile vollzeitnah arbeiten, zwischen 26 und 36 Stunden pro Woche, gibt es vom Staat 150 Euro pro Elternteil und Monat als Zuschuss, so der Vorschlag. In der Großen Koalition scheiterte das Vorhaben am Widerstand der Union. Nach Barleys Worten praktizieren nur 14 Prozent der Familien ein Modell, in dem beide Elternteile annähernd gleich arbeiten. Aber 60 Prozent der Familien wünschten sich ein solches Modell für sich, so die Ministerin.