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Windräder in Rheinland-Pfalz

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    Studie: Klimaschutz bleibt Top-Thema

    Klimaschutz ist für die Deutschen nach wie vor wichtig - trotz der Corona-Pandemie. Das ist das Ergebnis einer Studie des Umweltbundesamtes. Damit ist klar: Klimapolitik wird ein Thema im Bundestagswahlkampf sein, inklusive Tempolimit.

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    Von
    • Tobias Betz

    Zu Beginn der Pressekonferenz geht es um Angst. Die Angst von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). Verliert sich das Thema Klimaschutz in einer Nische? Verschwindet es von der Bildfläche wegen der Corona-Pandemie? Denn die Studie zum Umweltbewusstsein der Deutschen, erstellt vom Umweltbundesamt, bildet die Stimmung des ersten Corona-Jahres 2020 ab.

    Doch die Angst der Umweltministerin erübrigt sich. "Corona bestimmt seit mehr als einem Jahr unseren Alltag", sagt Schulze mit Blick auf die Studienergebnisse: "Und trotzdem ist und bleibt Umwelt- und Klimaschutz ein Top-Thema für die Menschen in Deutschland."

    Die wichtigsten gesellschaftlichen Themen 2020

    Umwelt- und Klimaschutz wird von 65 Prozent der Befragten als sehr wichtig eingeschätzt und fällt nur minimal im Vergleich zu 2019 (68 Prozent) ab. Insgesamt liegt der Umwelt- und Klimaschutz hinter den Themen Bildung, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit, aber noch vor dem Thema "Folgen der Corona-Pandemie".

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    Der Präsident des Umweltbundesamtes Dirk Messner sagt, den Menschen in Deutschland sei sehr bewusst, dass ambitionierter Umwelt- und Klimaschutz letztlich die eigenen Lebensgrundlagen erhalte.

    "Wir sollten diese einmalige Gelegenheit, die sich jetzt bietet, nicht verstreichen lassen - zumal ein sozial-ökologischer Wandel nicht nur mehr Lebensqualität schafft, sondern auch die Wirtschaft belebt." Dirk Messner, Präsident des Bundesumweltamtes

    Schwerpunkte der Studie

    Klimapolitik: 83 Prozent der Befragten sehen Industriestaaten wie Deutschland international in der Pflicht, mit dem Klimaschutz voranzugehen. 80 Prozent sind der Ansicht, dass es im eigenen Interesse Deutschlands liege, beim Klimaschutz voranzugehen, da dies Arbeitsplätze schaffe und die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärke. 76 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die deutschen Klimaschutzziele ehrgeiziger sein sollten - vor dem Hintergrund des aktuellen Urteils des Bundesverfassungsgerichts ist das besonders bemerkenswert.

    Landwirtschaft und Ernährung: Etwa zwei Drittel bewerten den Rückgang der Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren sowie den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln als sehr große Probleme. Auch wünschen sich 75 Prozent der Befragten, dass die Landwirtschaft weniger Treibhausgase ausstößt.

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    Großen Handlungsbedarf sehen die Befragten beim Verpackungsmüll. 93 Prozent wünschen sich weniger Verpackungsmüll und Lebensmittelabfälle. Auch das Tierwohl sollte demnach mehr Gewicht bekommen. Auch ein besseres Angebot an vegetarischen und veganen Speisen in Kantinen und Gaststätten gehört nach Ansicht der meisten Befragten zum Klimaschutz dazu. Knapp zwei Drittel der Befragten sieht das so. Bleibt aber zu bedenken: Auch wenn sich eine große Mehrheit für fleischlose Menüs ausspricht - der Verkaufsschlager ist und bleibt das Schnitzel.

    Verkehr: Im Bereich Mobilität und Verkehr befürworten die meisten Befragten mehr Fahrradwege und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

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    Mehrheit für Tempolimit

    Bemerkenswert ist die Haltung beim Tempolimit. 42 Prozent der Befragten sind für ein Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen. 22 Prozent sind "eher dafür". Nur 21 Prozent sind kategorisch dagegen und 15 Prozent sagen "eher nein" zum Tempolimit. Für Umweltministerin Schulze ist das ein klares Stimmungsbild pro Tempolimit: "Das wäre nicht nur gut fürs Klima, sondern würde auch für mehr Sicherheit auf den Autobahnen sorgen." Und sie fügt hinzu: "Vor allem Frauen sind für ein Tempolimit."

    2.115 Bürger befragt

    Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden für die repräsentative Studie im November und Dezember 2020 insgesamt 2.115 Bürger ab 14 Jahren befragt. Die Befragung und Auswertung nahmen das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) und das Institut für sozial-ökologische Forschung (ISOE) vor.

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