BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Studie: Jugendliche oft mit Fake News konfrontiert | BR24

© BR/Lulia Müller
Bildrechte: BR/Lulia Müller

Jugendliche schaut auf ihr Smartphone.

2
Per Mail sharen

    Studie: Jugendliche oft mit Fake News konfrontiert

    76 Prozent der 14- bis 24-Jährigen begegnen im Internet mindestens einmal pro Woche Falschnachrichten. Das ist laut einer Studie von Infratest dimap im Auftrag der Vodafone Stiftung ein Anstieg um 50 Prozent.

    2
    Per Mail sharen
    Von
    • Patrizia Kramliczek

    Eine Studie zu Desinformation in der Coronakrise hat ergeben: Drei Viertel der jungen Menschen in Deutschland sind online regelmäßig mit Falschnachrichten konfrontiert. Zumindest nach ihrer eigenen Aussage. Infratest dimap hat für die Vodafone Stiftung 2.064 junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren in Deutschland unter anderem gefragt: "Wie oft ungefähr stößt du im Internet, in sozialen Medien oder Messengerdiensten auf Nachrichten oder Beiträge, von denen du das Gefühl hast, dass sie die Realität falsch darstellen oder eindeutig falsch sind?" 21 Prozent antworteten darauf mit "mehrmals täglich", acht Prozent mit "einmal täglich", 33 Prozent gaben "mehrmals pro Woche" und 14 Prozent "einmal pro Woche" an.

    Zunahme innerhalb von zwei Jahren um 50 Prozent

    In der Summe sind das 76 Prozent der Befragten, die sich mindestens einmal pro Woche mit Falschnachrichten konfrontiert sehen. Im Vergleich zu einer Studie der Vodafone Stiftung von 2018 bedeutet das eine Zunahme um 50 Prozent. Bei der Studie vor zwei Jahren gaben 51 Prozent der Befragten an, Falschnachrichten mindestens einmal in der Woche zu begegenen. 2019 waren es bereits 64 Prozent.

    Infos zu "Corona" besonders schwierig zu beurteilen

    In der aktuellen Studie stimmten 73 Prozent der Aussage zu, dass sie seit Beginn der Corona-Pandemie mehr Falschnachrichten zu Gesicht bekommen. Und eine Mehrheit von 64 Prozent findet es beim Thema "Corona" schwieriger als bei anderen Thema, glaubwürdige von unglaubwürdigen Inhalten zu unterscheiden. Die Befragung fand im September 2020 online statt.

    Wunsch nach Thema "Fake News" als Schulstoff

    Trotz mehr Kontakt mit Falschnachrichten fühlt laut der aktuellen Studie ein Drittel der jungen Menschen unsicher darin, Fake News zu erkennen. Dies trifft insbesondere auf Studienteilnehmer mit formal niedrigem Bildungshintergrund zu. Weit mehr, nämlich 85 Prozent der Befragten, sind der Ansicht, dass das Thema "Falschnachrichten" verpflichtender Schulstoff werden sollte. Und eine große Mehrheit gab an, dass Fake News und der Umgang damit nicht bei ihnen in der Schule behandelt worden seien.

    Nicht nur das Internet

    Fast die Hälfte der Befragten denkt bei Falschnachrichten auch an klassische Medien wie Radio, Fernsehen oder Zeitungen (45 Prozent) oder verbindet das Thema mit Politikerinnen und Politikern (54 Prozent). Drei Viertel allerdings verknüpfen mit dem Begriff Falschnachrichten vor allem digitale Inhalte und betrügerische Absichten. 81 Prozent erkennen in der Verbreitung von Falschnachrichten eine Gefahr für die Demokratie.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!