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Studie: Höheres Risiko für Psyche und Nerven durch Corona | BR24

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Höheres Risiko für Psyche & Nerven durch Corona

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    Studie: Höheres Risiko für Psyche und Nerven durch Corona

    Ein Drittel aller Patienten entwickelt nach einer Covid-19-Infektion psychische Probleme oder Hirnerkrankungen. Das ergab eine Studie der Oxford-Universität. Diese Erkrankungen können auch langfristige Folgen haben.

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    Von
    • Julia Brestrich
    • BR24 Redaktion

    Angststörungen und Stimmungsschwankungen – das sind, laut einer Oxford-Studie die häufigsten Folgen nach einer Erkrankung mit Covid-19. Die britischen Forscher analysierten digitale Daten von mehr als 236.000 Patienten, die überwiegend in den USA behandelt wurden. Aufgrund der Studie wurde deutlich, dass nach der Genesung das Risiko für psychische oder neurologische Probleme erhöht zu sein scheint, wie Mitautor Max Taquet von der Universität Oxford mitteilte:

    "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Hirnerkrankungen und psychiatrische Störungen nach Covid-19 häufiger auftreten als nach der Grippe oder anderen Atemwegsinfektionen." Max Taquet, Universität Oxford

    Deutlich höheres Risiko als bei der Grippe

    Im Vergleich zu einer Grippe-Erkrankung lag das Risiko einer neurologischen oder psychischen Erkrankung bei Corona-Patienten um 44 Prozent höher. Bei anderen Atemwegsinfektionen waren es 16 Prozent. Die genauen Gründe dafür sind laut Universität Oxford noch unklar.

    Paul Harrison, Hauptautor der Studie, erklärte, das individuelle Risiko einer psychischen oder neurologischen Erkrankung nach Covid-19 sei zwar gering, in Bezug auf die gesamte Weltbevölkerung seien die Folgen jedoch "erheblich". Er betonte, dass viele dieser Erkrankungen chronisch seien. Die Gesundheitssysteme müssten deshalb mit entsprechenden Ressourcen ausgestattet werden. Nur so könne man dem erwarteten Bedarf gerecht werden.

    Weitere Forschung ist notwendig

    Ein Drittel der erfassten Patienten erlitt innerhalb von sechs Monaten nach der Covid-19-Diagnose eine psychische oder neurologische Erkrankung. Am Häufigsten wurden Angststörungen mit 17 Prozent und Stimmungsschwankungen mit 14 Prozent bei allen analysierten Probanden festgestellt. Sie litten zudem an Schlaflosigkeit (5 Prozent), Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel (2,1 Prozent), Demenz (0,7 Prozent) und Hirnblutungen (0,6 Prozent). Um die genauen Ursachen herauszufinden oder Folgeschäden zu verhindern, weisen die beteiligten Wissenschaftler darauf hin, dass weitere Forschung in diesem Bereich notwendig sei.

    Ein Zusammenhang zwischen einer Infektion und einer neurologischen Erkrankung ist bereits in vergangenen Studien festgestellt worden. Die Auswertung von Versichertendaten in Bayern hat ergeben, dass 2020 deutlich häufiger Menschen mit Ängsten und Depressionen bei der Arbeit ausgefallen waren als zuvor. Dies steht vor allem in Verbindung mit Folgen der Isolation infolge von Lockdowns und Quarantänen.

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